geschmeidige konversation

Donnerstag, 10. November 2005

what is and what should never be

led zeppelin haben den schwedischen friedensnobelpreis für frisuren bekommen. zu recht: flotte burschen mit tollem haar, und die musik hat meine jugendjahre vortrefflich begleitet.

heutzutage hingegen geht mir wieder mal die leitung ins internetz ein. stundenlanges laden, wildes herumflackern und neueinwahlaufforderungen, wenn sich die heizung einschaltet, machen das bloggen nicht gerade blues-rockig. und das, wo doch im büro blogverbot herrscht! phantasiere des nächtens von mobilen texteingabegeräten, mini-macs oder einem besseren handy, mit denen sich das alles viel schneller und bequemer erledigen ließe. noch sträube ich mich ja gegen spielzeugkauf, aber es bahnt sich an ...

Montag, 24. Oktober 2005

kein brot daheim

vor zwei stunden erschöpft nach hause gekommen und jetzt vor lauter müdigkeit leicht melancholisiert. will dauernd was schreiben übers hässlichsein oder über trittschall im kriechkeller oder über anderes tristes zeug. gern auch über den klassiker liebe, was ist das? herr dose meint, mein geist ist ein licht auf der suche nach seiner auslöschung. auch ausgeschlafen ein guter satz. (langsam verwandle ich mich in jemanden, die sich wieder sätze aus büchern herausschreibt.)

aber heute lieber die letzte disziplin dafür verwenden, die guten dinge noch einmal durch den kopf wandern zu lassen. sympathie und respekt, es war nicht wenig. danke dafür, liebe welt.

Samstag, 22. Oktober 2005

hangover

der schnuckelige arno geiger hat den buchpreis bekommen. ich hab den mann mit den laengsten ohrhaaren, einem richtig luxischen ohrpelz gesehen. man glaubt gar nicht, was fuer strumpfhosen es gibt. und dass die auch wer anzieht. die ganze branche wird tschicken bis zum umfallen. niemand versucht mich abzuwerben. was ich alles essen kann. welche buecher ich jetzt noch kaufen will. juergen dose ist gruslig. die achterbahn meiner stimmungen. j. schreibt mails, er hat sich von seiner y. getrennt. ich vertreibe mir die laecherliche freizeit damit, mir hoffnungen zu machen. das bloggen fehlt mir sehr. autoren, die im irrtum ueber ihr schreiben sind: alle sehen, was sie wirklich antreibt, aber man kann es ihnen nicht sagen, denn man will niemanden zerstoeren. die feinen schichten der qualitaet. literarischer reichtum, der sich in kleinen unterschieden auspraegt.
es wird zeit, heimzufahren.

Sonntag, 16. Oktober 2005

fränkfört (auf wiedersehen!)

pamelaherselfimmer schön entschuldigungen schreiben ins mitteilungsheft: diesmal melde ich mich für eine woche ab zur frankfurter buchmesse, denn dort warten alle schon auf mich. heute abend werde ich noch die pömps ölen und die restlichen teile vom kostümerl frisch aufdünsten, und morgen gehts dann mit der mittagsmaschine ab nach adornostadt geld city. ich fahr ja schon ein paar jahre zur messe und erlebe dort außer der obligatorischen odyssee rund ums hotel nie was aufregendes. erst julian barnes hat mir vor kurzem die augen geöffnet, was es mit den nächtlichen irrfahrten mit vermeintlich orientierungslosen taxlern in wahrheit auf sich hat:

Taxidrivers in Frankfurt are said to dislike the annual Book Fair because literary folk, instead of being shuttled to prostitutes like respectable members of other convening professions, prefer to stay in their hotels and fuck one another.

wie es scheint, gleichen die herren auf andere weise ihren dienstentgang aus.

Samstag, 1. Oktober 2005

kleinmöbelkauf

wieder mal gescheitert.

mit besten vorsätzen um 13 uhr, es war samstag, die wohnung verlassen, gut gefrühstückt gehabt (kaffee im bett, wo die sonne hinscheint), gemütlich geduscht, noch eine stunde herumgedüdelt, alles prima, innerlich gut gewappnet, sogar eine liste gemacht: zwei vorhangstangen (damit die nägel mal aus dem fensterstock herausgeholt werden können), ein couchtisch (statt der übriggebliebenen abdeckung der waschmaschine auf der roten plastikklappkiste), eine warme wintertuchend (damit ich mich nicht jeden morgen aus fünf schichten übereinander herausarbeiten muss), eine matratze (1,40 x 2,00 m). überschaubar. notwendig. keine ästhetischen fragen zu klären, kein ratloses herumstehen zu erwarten, ob das irgendwie dazupassen möge zum zeug daheim, einfach rein in den laden, sachen einsammeln, bezahlen, liefertermin ausmachen, fertig.
u6. sonnenbrille auf, buch raus, nicht hinsetzen, alle reden schon wieder so laut, will ich nicht hören, sondern am ende des wagens auf den sockel lehnen. klar, ein mann lehnt sich daneben. hätte ich die brille nicht auf, er hätte mich schon angequakt, auch ohne blickkontakt vorher. aber: er wird angerufen. redet laut, schnell und viel, auch nach dem auflegen. aber das buch ist gut, die sonne scheint, alles in ordnung. burggasse aussteigen. red bull, ein getränk für prolos und junkies und övpler. an der ampel steht ein pummliger mann im polyester-pullover und jongliert mit drei bällen. fängt sie auf, wartet weiter.
problem jetzt: das möbelhaus wird renoviert, ist also geschlossen. vergangene zeit bisher: 45 minuten, und nichts erreicht. jetzt erika kaufen und den nachmittag über gärtnern? nein, es wird nicht aufgegeben. jetzt sind wir schon mal da. jetzt fahren wir in die mariahilferstraße, hurra!
wieder runter in die u6. ein kleiner bursch sortiert seine spritzen, neben ihm kramt eine frau hektisch in ihrer tasche. sie hat ein tuch um den hals und einen teuren haarschnitt und sieht den kleinen gar nicht. der zug kommt, alle wagen überfüllt, ich renne nach hinten, finde gnadenhalber einen platz, draußen zwei männer, ein alter und ein junger, keine ahnung: vater und sohn oder rentboy und kunde? der junge trägt shades und hat den kragen vom polohemd hochgeklappt, der alte lächelt verschlagen, verwirrt, aber sicher. schwarze pumps am westbahnhof, schwarze strumpfhose, magere beine, gefärbte haare, weiter runter in die u3, dort eine schöne brille in einem klassischen gesicht, indischpakistanischeuropäischwasweißich über grässlichen combathosen, ein schichtenswitcher, oben intellektuell, unten außenbezirke, vorstadt, klo am gang, hast es nicht leicht, und bist du jetzt eher die hose oder die brille (da muss ich lachen)? gott sei dank, die brille, dass sich nichtaggression hin- und herschicken lässt ohne worte oder gesten oder sonstwas, wie das geht, das würde ich echt gerne wissen.
neubaugasse, ich kurble mich aus der tür, laufe die stiegen hoch, vorbei an der überfüllten rolltreppe, frau mit kurzen haaren, minirock, schmale figur, telefonierend, you don't mess with the lady, schwule paare, die es noch gar nicht fassen können und sich fast wie in berlin fühlen, ein blondes ballettmädchen, auch am telefon, ich hab mit der mama gekocht, das kannst du kosten, das habe ich mitgebracht, weil du immer sagst ich koche nie, ich lasse sie überholen, ich bin noch nicht mal dort, wo ich hinwill, und möchte schon einen kaffee, aber jetzt nicht, jetzt wird was erledigt, gefälligst.
auch dieses möbelhaus wird umgebaut, hat aber offen. angestellte auskunftskräfte übersehen mich, ich stehe mal zwei minuten mitten im gang und weiß nicht, wo ich hin soll und was ich jetzt mache. vorhangstangen – ist das jetzt „wohnzimmer“ oder „kleinmöbel“ oder „schlafzimmer“ oder „zubehör“? kaufe ich mir jetzt einfach ein kaffeehäferl und gehe wieder?
mal mit der rolltreppe rauffahren und von oben die hütte aufrollen. kinderwägen. leonardo-gläser. lampen. lampen, lampen, lampen. ein couchtisch um 299 euro (abholpreis, einzelstück). pressspan, furniert.
alles aussichtslos.

das war's. runter zum ring, gottseidank kommt gleich die richtige straßenbahn. zwei stunden vertan, viel geld gespart.

rest des nachmittags: sofa.

Dienstag, 27. September 2005

do the zeichen-mambo

mein jugendlicher nachbar ist skater. das weiß ich, weil er manchmal, wenn ich heimkomme, bewegungslos vor der haustür auf dem brett steht und telefoniert. sommer wie winter trägt er dazu eine wollhaube (selbstgestrickt? mama???) und, was mich immer wieder sehr verblüfft, eine knallenge strech-jean, wie sie die damen und herren gern anhaben, die einen früher in der karlsplatz-passage um schülling angeschnorrt haben: junkiemäßige stützware für flacharsch und o-beine. während ich aufsperre, beendet er sein gespräch, stochert sich mit einem bein schwung an und rollert davon. ich steige die stiegen hinauf, vorbei an seiner vollgekritzelten wohnungstür und an den müllsäcken, die schon für den nächsten weg hinunter auf den gang gestellt worden sind, und frage mich, was aus den schlabbersäcken in der kniekehle geworden ist. hat sich die mode schon wieder verändert? oder wohnt da im halbstock ein revolutionär der jugendmode? ein subversiver dresscode-switcher? ein vollemanzipierter no-logo-no-nation-jugendlicher? oder hat es ihn einfach mal ordentlich auf die nase gehaut mit dem weiten zeug?

Freitag, 23. September 2005

gschwind noch merken heute nacht

die dosis macht's.

Dienstag, 20. September 2005

frau ginger ist im radio (mit frau bell)

kuk131-1gut gelaunt und ohne plan, also wie immer, bin ich am kommenden donnerstag, den 22. september wieder einmal im radio, und zwar auf orange 94,0 (das freie radio in wien. muss man immer dazu sagen.). frau bell hat dort vor jahrzehnten einmal einen knebelvertrag unterschrieben, der sie dazu zwingt, monatlich eine stunde gerede abzuliefern, und in ihrer verzweiflung hat sie mich gleich mit verpfändet, was umso frustrierender ist, als sich niemand unseren sendeplatz merkt und der ruhm sich daher auch nach jahren des plapperns nicht einstellen will.

mag sein, dass es auch an unserer programmplanung (fünf minuten vor sendungsbeginn ein hektisches gespräch vor der studiotür) liegt, aber kein mensch hört unsere sendung. dabei ist sie so informativ! so lehrreich. menschlich hochwertig, ein born der schwafeligkeit und redseligkeit, voller knisternder erotik und extatischer erkenntnisse. manchmal kommen gäste, prominente oder studiokinder, aber meistens nicht. durchwegs verbreiten wir meinung, aber immer im rahmen des gesetzes. wir sind mediengeil und stehen dazu, und das ist mehr, als sie von ihrem durchschnittlichen formatradio sagen können.

die sendung jedenfalls heißt lourdes. warum sie so heißt, wurde mir nicht gesagt, und auch nicht, warum ich im rahmen dessen elsbeth genannt werde. sie findet jeden 4. donnerstag im monat von 18.00 bis 19.00 uhr statt, und zwar in wien auf der frequenz 94,0 und im internetstream. thema am donnerstag: f. k. waechter ist tot und tiere. gäste in den kommenden sendungen: sepp forcher, björk und der mann, der eigentlich alle telefonansagen sprechen sollte (alle angefragt).

schalten sie ein – kommender donnerstag, 18.00 uhr. wenn sie kirchenglocken läuten hören, sind sie richtig!

Dienstag, 13. September 2005

aua

i've had my heart broken. grad eben.

aber ich würd's genau so wieder machen. und wieder und wieder und dann noch einmal.

Sonntag, 11. September 2005

schwechat, abflughalle

am nachmittag wider erwarten noch einen anruf bekommen aus der abflughalle vom flughafen schwechat. wenig zu sagen wissen, aber sympathie wahrnehmen. nach dem auflegen eine rauchen müssen. dinge in der wohnung hin- und hertragen. dann noch zwei stunden in die sonne legen, schließlich das alte hundeherz dreimal im kreis um den augarten herumtragen und dabei froh sein können. mich an sätze erinnern, an gesten und bilder. hilton, siebter stock. schwechat, abflughalle. und einige zeit dazwischen.

liquid center

fließende inhalte in starren formen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aktuelle Beiträge

:D Achja, das kenn ich...
:D Achja, das kenn ich nur zu gut, wenn meine Katze...
jaybird90 (Gast) - 27. Aug, 14:27
Das stimmt, ein echtes...
Das stimmt, ein echtes Sommerkind hat immer den schönsten...
Sonjalein (Gast) - 27. Aug, 14:18
erleichtert
Gerade erst bin ich zufällig auf diesen Blog gestoßen....
lovelyboje - 14. Aug, 14:54
vielen dank für die guten...
vielen dank für die guten wünsche!
gingerbox - 27. Jun, 18:22
Hey, cool! Herzlichen...
Hey, cool! Herzlichen Glückwunsch und alles Gute allen!
kid37 - 23. Jun, 22:05

Status

Online seit 7268 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Aug, 14:27

Credits


... aus der steckdose
all about angst
dreckige götter
fluessig lesen
geschmeidige konversation
mengenlehre
metabloggen
neigungsgruppe nachdenken
praeformationen
random acts of happiness
seelenkiller-sounds
ueberschreitungen
weltbild plus
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren