dreckige götter

Donnerstag, 22. November 2007

burschenkultur

zwei abende hintereinander mitten hinein ins wiener kulturburschenmiljöh, das fordert und beglückt gleichermaßen. erstens veröffentlichte der einschlägig bekannte herr ostermayer mit einigen co-burschen unter dem schönen namen "Neigungsgruppe Sex, Gewalt und Gute Laune" eine neue platte (das KANN man einfach nicht "CD" nennen). bei der präsentation im klub ost, zu der ich mit nicht wenig grundaggression reingerauscht bin, rezensierten miss sophie und ich zuerst die optik der herren, die leider gar nicht unserem geschmack entsprach, und behaupteten dann "das-sind-doch-wohl"-hasenpfoten in diversen jeans. (ihnen ist klar, dass ich das hier etwas blogtauglicher formuliere als an dem abend.)

die schöne liedzeile "her mit an bier" hat dann aber den damm gebrochen, ich hab mich zur temporären mit-burschifizierungsidentifikation entschlossen, mir eingeredet, dass dieser weltschmerz der meine sei und so noch einen sehr schönen und anschließend wichtigtuerisch verquatschten abend verbracht. passt. und danke.

gestern dann martin puntigam bei den science busters. die neue welle wissenschafts-pop finde ich ansich schon recht bizarr, schulfernsehen live mit eintritt und pinkelpause, my ass. aber das ärgste ist einfach puntigamens rosa shirt bzw. seine bierwampen darin (pressefotos hier, stellen sie sich das in real life und in bewegung vor). beängstigend, und vor allem beängstigend ekelgeil. schade, dass es keine psychologie-shows gibt. tät ich mich glatt melden.

Freitag, 13. Juli 2007

exbanksy

kurz dachte ich, jemand wäre so blöd gewesen und hätte den banksy von der wand kärchern lassen, aber beim zweiten blick war klar: hier hat der hausbesitzer seine mauer versilbert. rausbrechen, aufputzen, anwerfen, schon ist der öffentliche raum wieder kunstfrei. der cop mit dem smiley-gesicht, der bis vor kurzem hier an der wand zu sehen war, hängt jetzt vermutlich in irgendeinem loft.

exbanksy

Dienstag, 3. Juli 2007

vom unglück

Man kann von sich selbst wissen, dass es einem schlecht geht, man kann auch wissen, dass sich die Welt zerstört, und weiß es trotzdem alles nicht. Es ist alles klar und hell und trotzdem verdammt finster. Das ist eine Erzählung, und sie trifft mehr von der Welt, in der ich lebe, als viele andere.

*****

Zeitgemäß ist eben nicht, was aufgeht im Desinteresse und damit im Elend der Gegenwart, sondern was es aufmerksam verformt und die Wirklichkeit größer macht. Zeitgemäß erschien mir immer, was von den ungeahnten Möglichkeiten zu Freude und Interesse (und Glorie) im Elend der Gegenwart erzählt, irgendwo; gerne nur in der Sprache, gerne subtil.
Dies alles gilt, weil Gegenwart immer unerfreulich war und immer sein wird, das ist keine Diagnose und kein Thema, und weil die Verlockung, nachzulassen und sich zu ergeben und zu sagen: Wir taugen eben nichts, es ist uns alles so egal, lasst uns Witze darüber machen, jederzeit mächtig ist. Gerade die Auflehnung gegen diese Verlockung heißt ja eigentlich Kultur.

Montag, 7. Mai 2007

herrgottsakra!

dieses gottverdammte konstantin-wecker-feeling grad eben.

Dienstag, 19. September 2006

...

ich habe keine ahnung, was ich mir aufs brot schmieren könnte, damit es mich satt macht. das ist so banal und so wahr. ich fresse mich quer durchs regal, trage tretrollerradgroße bauernbrotlaibe nach hause, nach einer woche kann man immer noch scheiben davon abschneiden und kauen, zwischendurch gibt es weiches brot mit zwiebeln drinnen oder oliven oder rosmarin, irgendwelche kreationen mit -accia am schluss oder -ato, weißbrot, das außen knirscht und innen klebt, versalzene vierecke mit knoblauch oder staubtrockenes kürbiskernbrot, von dem eigentlich nur die kürbiskerne in der kruste genießbar sind, der rest verschimmelt gottseidank ohnehin fast von allein und binnen kürzester zeit. ich habs mit allen arten von käse probiert, mit dem salzigsten und fettesten schimmelkäse und mit dem flockigsten schafkäsegupferl, mit schnittlauch und mit dem pürierten rest der gemüsebeilage vom süßsauren hühnchen, es ändert alles nichts. ich hab fleisch gekocht und schokolade gekauft und alle arten von gemüse und obst, salat und rucola und magerjoghurt (das geht gerade noch und hält zumindest für eine stunde vor), kaffee und vollmilch und salz, aber mich ekelt vor den fischkonserven, und die zigaretten schmecken mir nicht und das bier auch nicht.

ich will nur immer meine bücher für dich zerschneiden. eines herausziehen, ihm den rücken brechen beim öffnen und ihm dann eine seite aus dem leib schneiden und sie dir schicken. das abgetönte buchpapier in einem büroschneeweißen kuvert, stelle ich mir vor, und wie du gottseidank dreckig grinst, weil es seite 69 ist. Ich hörte dich sagen hier also / Suchtest du nach einem andern / Wort als ich mein Wort nicht / Hielt dich nicht besuchen kam (jetzt umdrehen bitte) Schreib mir einen Brief mit der / Hand im möchte sehen wie du / Meinen Namen schreibst – das L / In Laura ob es eckig ist oder rund du fehlst.

Freitag, 11. August 2006

...

jac4

me, i don't do guilt. (der teufel in einem arnold-schwarzenegger-film, den wir uns in killarney im b&b reingezogen haben, erschöpft von fünf stunden rund um den muckross lake, jetzt nur ein bier und schokolade und crisps und bitte keine menschen. gehen.)

any austrians in the place?
(natürlich heben wir brav die hände, schon knallt uns edelweiß um die ohren. aber auch die iren wissen, dass das in ö niemand kennt.)

up and down, girl, up and down! this is good for you! (auf gebrochenen alten pferden durch das gap of dunloe mit den rossknechten vorneweg. sonne.)

lead me to the rock that is higher than i.
(rem, everybody hurts)

please stand for the national anthem.
(der gitarrist in dublin nach dem set seiner bubenband im pub. die leiernde volksmusik, aus der man tausend gedanken später wieder auftaucht, lang bevor das stück zuende ist. denken. schweigen. trinken.)

dame tus besos. (die schnulze in mp3. bis die batterie aus war.)

jack yeats' singing horseman. (weniger gelb als ich ihn in erinnerung hatte.)

Samstag, 15. Juli 2006

down the rabbit-hole

hasal

Alice started to her feet, for it flashed across her mind that she had never before seen a rabbit with either a waistcoat-pocket or a watch to take out of it, and burning with curiosity, she ran across the field after it, and was just in time to see it pop down a large rabbit-hole under the hedge. In another moment down went Alice after it, never once considering how in the world she was to get out again.

Der Feldhase ist meistens ein Einzelgänger, der sich tagsüber in Hecken, Strauchwerk, Wald auch in hohem Gras verborgen hält. Besonders wichtig ist ihm dabei der Windschutz. Der Hase liegt immer in einer Mulde (Sasse) mit dem Kopf gegen den Wind. Der Hase ist sehr standorttreu. Er ist ein Meister der Tarnung und flüchtet vor seinen Feinden, auch dem Menschen, erst im allerletzten Moment. Er ist durch seine langen Hinterbeine sehr flink; die Vorderbeine sind dagegen kurz. Er macht weite Sprünge, schlägt Haken und stellt sich auf der Flucht öfter auf die Hinterbeine. Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h (kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h).

edit

was ich eigentlich erzählen wollte heute nacht, dann aber doch zu müd war: neulich ist mir so ein feldhase zugelaufen. die kommen jetzt ja auch in städten vor, und dieses exemplar war offenbar berauscht von irgendwelchen kräutern und den maulbeeren, die in den parks vergären oder sonstwas. verletzt war es auch, das war irgendwie traurig. aber nichts, woran es sterben wird.

wenn man hasen balzen sieht, kann einem angst werden, sie boxen und kicken und teilen ordentlich aus. aber wenn ich was kann, dann ist es stillhalten, auf einem barhocker, auf einem küchensessel, bis sich auch die wildesten kreaturen beruhigen. danach kann man versuchen, langsam die hand auszustrecken, und so kam's, dass dieser hase ein paar stunden in meiner armbeuge gelegen ist. er hat da hineingepasst, als würd er hingehören, das war richtig schön. gar nichts mehr mit kicken und beißen, nur zart und weich, und wie schnell so ein hasenherz schlagen kann, das glaubst du nicht. so etwas lässt sich nicht planen, so ein hase ist ja nicht wie ein hund, dem man irgendeinen brocken hinhaut, und der schlingt den dann hinunter. ein hase kommt, wenn er will, und wird immer bald wieder weg sein, man spürt, der hat das rennen schon in den knochen, aber jetzt ist er da und ist ganz still. da rollt auch härteren als mir die gänsehaut übers kreuz und das herz macht boom. und ich bin gar nicht hart, nur zäh. und geduldig.

und natürlich denkt man sich trotzdem wider jedes wissen, dass es schön wäre, wenn er ein weilchen bleiben würde, aber eben: gar nicht lang hat's gedauert, und er war wieder fort, schwupps, runter in sein altes loch. hasen sind ja sehr standorttreu. ein paar haken hat er noch geschlagen, dann war er verschwunden. gut ist ja nur, dass jeder depp weiß, dass man einem hasen nicht nachlaufen kann. bestenfalls kann man sie überlisten, wenn man zwei igel ist. aber das bin ich nicht.

Freitag, 9. Juni 2006

und jetzt rüber zum sport

fuball

nicolas mahler, leicht beschädigte tiere (edition brunft, 1999)

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