fluessig lesen

Montag, 4. Februar 2008

wow

geile verlagsästhetik (reinklicken bitte): ich krieg herzklopfen. mal sehen, was die bücher können.

Donnerstag, 31. Januar 2008

(vermischtes am vorabend)

wenn ein autor oder auch sein verlag einen titel wählt wie "ohrenberg oder der weg dorthin" erlaube ich mir, arno schmidts studie zu karl may "sitara und der weg dorthin" daneben zu legen. die muss ich allerdings zuerst bestellen, was den jungen buchhändler am telefon fast aus der rolle fallen und ein kurzes verschwörerisches geplänkel anstimmen lässt, weil ich ihn nach einer anständigen hardcover-ausgabe frage und er mir aber leider, leider nur ein fischer-tb anbieten kann, das dann sogar noch dm- und schilling-preise am rücken hat und im impressum die rührende ziffer 1998 aufweist: wen liest man den weniger, schmidt oder may? oder beide? schmidt jedenfalls, auch wenn der buchhändler es sich wünscht, wird wohl nicht "in mode geraten", wie auch immer. jedenfalls hat es mir die vergangenen zwei tage viel freude bereitet, mit herrn s. die ergebnisse der may'schen sexualfixierungen im scheinbar so erotikfreien wilden westen und osten aufzuspüren.

popps "ohrenberg" wiederum, der titelgebende graf, lebt in einem turm, den er von den russen übernommen hat, im ehemaligen "roten" teil deutschlands und funkt seine weisheiten in den schweigenden weltäther. mit dem schmidt'schen interpretationsmodell gelesen ist das ein rundum gelungenes bild. zwar steht der turm noch (popp ist jahrgang 1978, die sorge um standfestigkeit dürfte sich ihm noch nicht aufgedrängt haben), aber was aus diesem turm herauskommt, ist recht absurd und unbedeutend und dem autor auch keiner darstellung wert. im innern: erinnerungen, viele kluge gedanken und nichts zu essen, nur mineralwasser. wie in thomas stangls "der einzige ort" ist der orient übrigens auch für ohrenberg der ort der selbsterfahrung etc. pp., man muss sich das alles nochmal schön sauber herzitieren. bon.

dann gibts da noch aschmann, der auf dem weg zu ohrenberg ist. weils im titel "oder" heißt, könnte man vermuten, es gälte sich zu entscheiden: ohrenberg? oder der weg dorthin? was wäre ihnen, verehrter leser (die frauen dürfen sich hier nicht mitgemeint wähnen), denn lieber? aschmann hat die sehr konkreten dinge hinter sich, vor allem die erwerbsarbeit, und eine mehr als umständliche reise zu bewältigen. ich verrate es: die beiden treffen sich nicht, aber kommen sich sehr nahe. ein entwicklungsroman, meine herren, das beste, was ich seit langem gelesen habe. auch popps gedichte sind meisterhaft.

Montag, 26. November 2007

schönen dank auch!

und schon wieder ein grund, um die peter-handke-bücher zu ignorieren.

Donnerstag, 3. Mai 2007

disgrace

"for a man of his age, fifty-two, divorced, he has, to his mind solved the problem of sex rather well."

mit diesem satz beginnt coetzees "schande", und was für ein großartiges buch das ist, hab ich erst gestern neulich beim erzählen so richtig gemerkt. es geht darin, kurz gesagt, um einen unilehrer für literatur in südafrika, der feststellen muss, dass er mit niemandem kommunizieren kann. durchexerziert wird das anhand der Anderen, der weißen frauen und schwarzen männer, mit denen er im laufe der geschichte in kontakt tritt: seiner lesbischen tochter, seiner studentin (mit der er eine kurze affäre hat), dem nachbarn seiner tochter, den er verdächtigt gewusst zu haben, dass sie überfallen und vergewaltigt werden würde. aber auch im eigenen milieu klappt es nicht: die affäre trägt ihm ein disziplinarverfahren ein, und als er sich weigert, die codes der distanzierung zu verwenden, die ihm ein weiterarbeiten möglich machen würden, muss er sich aus dem betrieb zurückziehen. dass seine studierenden byron nicht verstehen, überrascht da nur mehr wenig und ist höchstens überraschend beiläufig erzählt.

ich finde die idee charmant, eine figur mit allen soziologischen merkmalen der herrschaft auszustaffieren - weiß, männlich, heterosexuell, akademisch - und sie einfach alt werden zu lassen: das genügt, um sie zu demontieren. wie tapfer dieser mr. lurie damit umgeht, immer weiter an den rand zu rutschen und immer weniger zu verstehen, gefällt mir. auch das "problem sex" hat er, anders als er denkt, natürlich nicht "gelöst", sondern am sex wird nur augenfällig, wie sich sein status verändert. kauft er sich zu beginn regelmäßig und sehr hygienisch bei einer prostituierten ein, so ist die affäre mit der studentin schon beunruhigender, von einer leidenschaft getrieben, die er vor dem tribunal zwar verteidigt, die er aber schon als literarisch erkennt. der sex mit einer bekannten seiner tochter überrascht ihn dann selber, weil er die frau eigentlich nicht attraktiv findet und er sich mehr dreinfindet, seine rolle ihr gegenüber zu spielen, als dass er wirklich aktiv begehren würde.

still wird es um ihn herum, obwohl das gerede immer lauter wird. ganz sachlich, ganz nüchtern erlebt er das.

Sonntag, 1. April 2007

huch! ein stöckchen!

frau arboretum, machen sie doch sowas nicht - mir ein stöckchen zuwerfen, in meinem alter (knapp 700 tage and counting)! würd ich nicht regelmäßig bei ihnen reinschaun, ich hätte ja nicht mal mitgekriegt, dass sie mich gebeten haben: hier tut sich zu wenig, als dass ich mit sowas je gerechnet etc. etc. (errötend ab)

na gut:

Gebunden oder Taschenbuch?

TABU, noch. taschenbücher wollen bearbeitet werden und gewinnen mit gebrauch. bei gebundenen büchern beschleicht mich ehrfürchtiger fetischismus, da wird dann -> der schutzumschlag vor transport abgenommen und nur mit bleistift reingeschrieben. mühsam. aber: gebundene sind leichter zu lesen und liegen besser in der hand.

Amazon oder Buchhandel?

wer oder was ist amazon? im ernst: das ist mir zu fad.

Lesezeichen oder Eselsohr?
bücher werden aufgeschlagen auf den bauch gelegt oder kriegen für den transport irgendetwas zwischen die rippen geklemmt. am besten: sich die seite merken. fast so gut: dem taschenbuch dort den rücken brechen, wo man gerade liest - beim nächsten öffnen fällt es fast von selbst in die richtige position, und der rücken riffelt sich im laufe der lektüre langsam auf, so dass man seinen fortschritt beobachten kann (-> sanduhrprinzip; -> leistungsdenken)

Ordnen nach Autor, nach Titel oder ungeordnet?
ganz anders: belletristik ist originalsprachig (deutsch, englisch, spanisch), innerhalb dessen nach gattungen (prosa, lyrik) sortiert. das gleiche bei übersetzungen. sachbücher sind thematisch geordnet: literaturwissenschaft, politik, philosophie, kunst, das übliche blabla eben. essayistik. stapeltitel sind hingegen die gelben und orangen reclams und die dunkelblauen suhrkamp-bände, da liegt kraut und rüben durcheinander. ist ja auch nicht so viel, als dass man nicht wüsste, wo was steckt.
zuletzt hab ich den stapel am fußboden aufgelöst und alles einfach in die regale geschoppt. die beschriebene ordnung ist seither genau genommen nur mehr als idee vorhanden.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
behalten oder wegwerfen, wenns wer will verschenken. aber bitte kein herumeiern.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

wer wirft denn schutzumschläge weg? da fällt mir eine geschichte ein, die mir einmal ein antiquar erzählt hat: ein mann hat sein ganzes leben lang alle bücher zum buchbinder getragen und sie neu binden lassen, so dass er zum schluss mehrere hundert oder gar tausend mit ausnahme vom format gleich aussehende bände zuhause stehen hatte. die erben wollten die bibliothek nach seinem tod versilbern, aber die bücher waren natürlich praktisch wertlos. ein buch ohne einband und schutzumschlag ist eben keines (genau genommen gehört auch die rückenprägung dazu, wenn man mich schon fragt).

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
siehe oben.

Kurzgeschichten oder Roman?

siehe unten.

Sammlung (Kurzgeschichten von einem Autor) oder Anthologie (Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren)?
anthologien verursachen mir gänsehaut, wenn ganz verschiedene schreibweisen in einem band zusammengestopft werden. kurzgeschichten können sehr schön sein, luftig und flüchtig wie tee und gurkensandwiches.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

sack reis oder fahrrad?

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel endet?

man ist immer müde. nein, alles hat seine bögen, und die sollte man irgendwie zuende bringen können. möchte ich jedenfalls.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?

keine krimis, keine märchen.

Kaufen oder Leihen?
kaufen. ein buch, das man nicht auf dauer in sein haus aufnehmen will, sollte man gar nicht nach hause tragen. aber vielleicht liegt es nur daran, dass meine freundinnen alle nichtleserinnen sind, da ist es schwer zu tauschen.

Neu oder gebraucht?
es ging finanziell gottseidank immer, daher: neu kaufen.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
rezension, verlagsname, stöbern (ein hässliches wort übrigens, das ich ausnahmslos nur im zusammenhang mit büchern gehört habe, so hässlich, dass ich nicht mal die etymologie nachschauen will).

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

bitte türen schließen? das ende muss zum buch passen, je nachdem.

Morgens, mittags oder nachts lesen?
abends und nachts. oder, wenn das buch das verträgt, unterwegs.

Einzelband oder Serie?
das erinnert mich daran, dass herr goncourt neulich das schöne wort "groschenheft" verwendet hat.

Lieblingsserie?
scrubs. oder little britain. (hehehe)

Welches Buch lesen Sie gegenwärtig?
gegenwärtig lese ich mein geschreibsel hier, aber ansonsten "cool" von poschardt, "mara kogoj" von vennemann und fahnen.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
außerdem wollte ich ja mal eine "aller zeiten"-liste machen, weil diese phrase seit gefühlten fünf jahren für jeden schmonzes verwendet wird. (platz 2 darauf: "gefühltes dingsbums, die zweitnervigste phrase aller zeiten.")

uh, ich glaube, ich bin heute schlecht aufgelegt. liebe arbo, nehmen sies nicht persönlich - hat spaß gemacht, ihr stöckchen!

Sonntag, 19. November 2006

unschärferelationen

jetzt doch noch, nach einigem abliegen-lassen, das dirac-buch von dietmar dath angefangen. nach der etwas ermüdenden lektüre von schwester mitternacht, vom verbrecher verlag in der gewohnten miniaturschrift gesetzt, ist das eine beglückende sache, nicht nur wegen der bewegenden liebesgeschichte zwischen einem computerfuzzi und einer verrückten, die einem das wasser in die augen treibt und alle romantischen reflexe auslöst, die einem überraschenderweise doch noch zur verfügung stehen. auch wegen der totalität, in der die liebe hier dargestellt wird. literatur zu schreiben, physik zu treiben, supertramp zu hören, das sind alles obsessionen und nur unterschiedliche ausformungen des selben großen glücks, in der welt zu sein und sie zu erleben. tut gut.

[nachtrag]

Cynthia, sehen Sie denn nicht, daß ich mich gegenüber meiner Umwelt im Nachteil befinde? Alle um mich herum haben eine Theorie oder Obsession. Ich muß ständig welche erfinden.

Jonathan Lethem, Als sie über den Tisch kletterte

und eh klar, dass man mal eine bibliografie der physik-romane erstellen müsste, eine liste der bücher, die über wissenschaft (und naturwissenschaft im speziellen) schreiben und doch nur liebe meinen, liebeliebeliebe immer wieder. daths dirac hab ich noch nicht fertiggelesen, schon finde ich lethem besser, wahrscheinlich aber auch nur, weil der scheiternde protagonist bei lethem sympathischer ist und näher zu kommen erlaubt, mehr emo, das ist es wohl, ich bin doch eine konservative leserin.

lethem lässt einen dekonstruktivisten auftreten, der redet zwei minuten über seine theorie, schon muss der physiker kotzen. aus einem wohl fachspezifischen masochismus heraus gefällt mir das. es ist so billig, dass man den autor schon allein dafür lieben muss, sich nicht zu blöd für so ein manöver zu sein. - dahinter steht natürlich nicht mehr als der verdacht, der mich in den endphasen des studiums fast die diplomarbeit nicht fertigschreiben ließ, dass nämlich das alles ein einziger schwindel und humbug und vor allem aber unbrauchbar sei: dass sich nichts damit bewegen lasse.

die taz bespricht heute einen sammelband von campus, in dem offenbar ein beitrag sich damit beschäftigt, dass das soziale vom dekonstruktivismus nicht berührt, dass es im schlimmsten fall sogar durch ihn noch zementiert werde. (es hat zehn jahre gedauert, bis sich das, nach butler, überhaupt adäquat formulieren ließ.)

sie geht bis hinunter zu kehlmanns vermessung der welt: die denunzierung der geisteswissenschaft durch die literaten, die sich auf die seite der naturwissenschaft schlagen. schreibt die physik über die welt, die literatur über die liebe obsessionen? und gibt es wirklich nicht mehr, über das zu schreiben sich lohnen würde?

Montag, 11. September 2006

frühstücken in wien

Än wäches Ä!

(aus der süddeutschen vom wochenende. leider nicht online.)

Dienstag, 16. Mai 2006

die neuen vorschauen kommen

Langensiepen will aber nach dem Tod des schönen Callgirls Drögemöller, an dessen Ermordung er als Polizist nicht ganz schuldlos war, mit der realen Welt nichts mehr zu tun haben.

Freitag, 31. März 2006

volltext

paddy-yo.

Mittwoch, 15. Februar 2006

„Schatten ohne Licht“

Das Außergewöhnliche, das sich nicht der Norm anpassen kann oder will, zieht die Aufmerksamkeit und Anteilnahme der Künstlerin an. Die fast lebensgroßen Figuren zeigen Menschen, die im Abseits stehen, ihre Einsamkeit, die Aussichtslosigkeit ihrer Situation oder auch Melancholie und Trauer, die sich in den Masken eines Clowns verbergen.
Mit Schnitzanleitung.

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fließende inhalte in starren formen

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