random acts of happiness

Sonntag, 25. Mai 2008

zwei jahre

24. mai 2006, flughafen tegel. ein schlaks im anzug mit staubmantel und rollköfferchen stiefelt hinter mir auf die terrasse des cafes und fragt gleich, wenig überraschend, ob er sich dazusetzen kann an den letzten freien tisch in der sonne. aber bitte!

man macht smalltalk über die tagung, er fläzt im sessel, raucht zigarillos, ich frage, er redet, wir tauschen kärtchen, wir siezen uns.

bald kam das erste mail, dann viele weitere. dann vieles mehr. es wurde ein großes glück daraus und eine große leichtigkeit.

Sonntag, 2. Dezember 2007

im bad

schade, dass die digicam kaputt ist. der saunabereich des mannheimer herschelbades wäre so viele bilder wert: die verrosteten armaturen, die wackeligen plastiksessel, das grau in den fugen, das "spuckbecken", der tote wasserhahn, der grünspan, ... das alles hat so viel traurigen charme, dass einem warm ums herz wird. hier ist saunieren noch nicht wellness, sondern die natürliche beschäftigung alter männer, die ihren frauen beim samstäglichen putzen nicht im weg sein sollen. nackte herren in badelatschen, die lesebrille auf der nase, erklären dem neuling gern, wo sich alles befindet, und am ende des tages weist der müde bademeister den weg in den "fönraum", ein zimmer mit zwei festmontierten heißluftgebläsegeräten, an deren gitterabdeckung sich der staub der jahre festgewebt hat.

danach wollte ich in ein richtig deutsches lokal mit schwarzem holz an den wänden und butzenglasscheiben. gleich gegenüber gabs eines, dort hab ich die beste bratwurst meines lebens gegessen und ein flaumiges handgestampftes kartoffelpüree mit sauerkraut. winter, so mag ich dich.

Sonntag, 12. August 2007

in der nacht, in der nacht kamen diebe

viel schönes besingen die dichter am zusammenschlafen, ich auch, heute zum beispiel, dass man einander alle alpträume gleich nach dem gnädigen hochschrecken erzählen und außerdem des morgens mit berichten über die nächtlichen aktivitäten des andern erheitern kann.

nicht schön, sondern eher zum weinen fand ich nämlich, dass mir das hirn im traum nicht nur den österreichischen literaturfaun wendelin schmidt-dengler in begleitung von zwei revuegirls auf einer showbühne einspielte, sondern mir dann noch einen junky begegnen ließ, der sich im schneidersitz über den zebrastreifen zu quälen versuchte. seine schienbeine waren schwarzblutig und offen bis zum knochen, der kopf spitz, die ganze gestallt zerkrümmt und unauflöslich verknotet, was an sich schon deprimierend genug war. leider wurde mir dazu ein text vorgetragen, der jedem hochglanzboulevardjugendmagazin alle ehre gemacht hätte: "frank (32), status: am ende. in seinem gesicht wird langsam ein mädchen sichtbar, das immer verrückter wird. zumindest kann er seine schulden abstottern. vatertag." am morgen dann der gedanke, dass das vice-magazin eine bildergeschichte machen würde: junkies aus unterschiedlichen städten, new york, bratislava, taschkent, stockholm, shanghai. alle mit polaroid-foto und kurzportrait ("status: am limit"). (haben sie wahrscheinlich schon gemacht.)

viel lieber hörte ich da schon, was mir h. an einem anderen morgen erzählte - ich hätte ihn in der nacht geweckt und auch gleich energisch versucht, ihn wachzuhalten: "wachbleiben!" immer hilfreich der tipp, den ich nachschob: "nicht die augen zumachen." leider gelang es mir offenbar selber nicht ganz, denn ich murmelte noch: "zu spät..." und schlief wieder ein.

"ich hab mich gefragt, ob du dir vielleicht selber im schlaf witze erzählst", meinte der herr h. dazu, der kecke kerl.

Freitag, 6. Juli 2007

berlin, warum nicht?

plötzlich sachen sagen wie "der markt ist in bewegung. in wien tut sich nichts, aber in berlin und in hamburg, da gäbs schon einiges."

wieder, nach so langer zeit wieder denken: was hält mich hier?

die liste (aus kindertagen) der dinge, die mitgenommen werden müssen. ich war nie so glücklich wie zu der zeit, als ich mein ganzes zeug in meinem rucksack untergebracht habe. (bücher: die odyssee und josef winkler)

alles tut sich auf.

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