Und
jetzt das Leben
tauschen gegen die Gelegenheit.
Ewig ist nur der Beginn.
Rausch kommt wie Sinn und
Donner hinterher. Hier
sind wir herrlich und nie nicht
allein. Noch ehrlicher
der Ruf den jeder hat. Der Name
des Andern.
Felix Philipp Ingold, in: ders., Wortnahme (Engeler)
gingerbox - 10. Jun, 14:15
Ich werde mich wieder verlieben. Ich werde mich durch die Huren der Welt kämpfen und sie finden. Aufgeregt werde ich im Flugzeug sitzen und den ganzen Flug über durchs Fenster schauen. Ich werde von der Flugzeugtreppe springen, verwundet – und wiedergeboren auf dem Asphalt landen. Ich werde sie finden und mit allen Fasern meines Herzens lieben. Und weil es geschrieben steht, kann ich so lange lieben, wie die Sonne mit ihrem Todestrieb immer wieder aufgeht und nach mehr verlangt.
Joey Goebel, Vincent (Diogenes)
gingerbox - 4. Jun, 23:22
aus einem aktuellen verlagskatalog stammt der gelungene untertitel Judenretter im Dreiländereck während des Zweiten Weltkriegs. da bleibt keine frage offen. außer vielleicht, ob das schöne wort „judenretter“ nicht nach dem muster „kinderverzahrer“, „leichenschänder“ und „frauenversteher“ gebildet ist.
oder fällt mir nur nichts positives ein, das grammatikalisch gleich gebaut wäre?
gingerbox - 30. Mai, 16:10
im samstag-standard durfte der ewig quengelige robert menasse sich in insgesamt sechs spalten darüber verbreitern, warum das burgtheater ein von ihm höchstpersönlich verfasstes stück nicht spielt. es hat natürlich alles irgendwie mit österreich, den österreichischen medien, burgdirektor bachler und, zum schluss, auch noch mit jörg haider zu tun - ein meiner meinung nach und wenn schon überhaupt, dann höchstens hinsichtlich der betreffenden personen typischer gockelkrieg, den standard und orf-online genüsslich ausweiden, offensichtlich ohne dass menasse merkt, dass er die letzten reste seiner ohnehin schon fadenscheinigen glaubwürdigkeit als angry elderly man und möchtegern-hegelianer verspielt. das einzig interessante in der ganzen suada war das auftreten des, wie behauptet wird, mir nämlich namentlich bisher nicht bekannt gewesenen, chefdramaturgen des burgtheaters, eines gewissen herrn wolfgang wiens. und herr wiens sagte offenbar zu herrn menasse, nachdem er die vorteile für die theaterarbeit gepriesen hatte, die das ableben von autoren nach sich zieht:
„Vieles wäre leichter, könnte man auch mit toten Schauspielern arbeiten. Andererseits: Die jungen heute gefallen mir, die sind quasi tot. Sehr brav. Sagen auf und gehen heim. So kann man arbeiten, da tun sich Räume auf!“
und das hat mir dann doch gefallen, denn quasi tot sind wir jungen ja tatsächlich. und in diesen worten kommt etwas, um es mit ha-ha-hegel zu sagen, „an sich“ zur erscheinung, um das sich menasse einen dreck schert, weil er noch immer an seinem konzept der sozialpartnerschaftlichen ästhetik klebt, die ihm seinen grant seinerzeit nicht auszusprechen erlaubte, sondern mit keynsianischem konsens das maul verkleisterte: der offene krieg, mit dem die generation des herrn menasse aus den meat-puppets der zugerichteten jugend ihren profit generiert und auch noch so tut, als ginge es dabei um befreiung.
gingerbox - 22. Mai, 20:16
es wird zeit, hier mal meiner hochverehrten zufallskolumnistin und spongebob-kennerin cosima reif einen strauß zu flechten. themen, die die welt (mich) beschäftigen, greift sie zuverlässig auf, sie liebt - ebenfalls ein zeichen von klasse - den
gelben schwamm und seinen rosa freund und ist ansonsten stets hinter jüngeren und älteren jünglingen her. ihre kolumne zum derzeit esoterisch angesagten gebüsch, der aloe vera, lesen sie bitte
hier (einfach nach „zufallskolumne“ suchen). leider stellt der standard kein online-archiv für die versammelten zufälle zur verfügung, es gilt also schnell zu sein.
gingerbox - 18. Mai, 09:09
An einem Wintertag auf einem Schild bei der Straßenbahn in Wien: Haben Sie fragen zur Schmähung Ihrer Haltestelle? Wenden Sie sich an ...
(richtig: Schneeräumung)
gingerbox - 11. Mai, 13:24
ein schönes beispiel für was-die-alles-erforschen-ums-teure-geld-der-mäzene und mein erstes zitat, das ich hier reinbastle, einfach weils meinen tiefen glauben an die wissenschaft so bestärkt:
Heterosexuelle Männer und Frauen sowie Lesben ziehen Gerüche von Lesben denen von homosexuellen Männern vor. Homosexuelle Männer wiederum ziehen die Gerüche von anderen heterosexuellen Männern denen von Lesben vor. Aber sie schätzen auch die Gerüche von heterosexuellen Frauen, was der schwedischen Studie möglicherweise widersprechen könnte, in der allerdings nur zwei spezifische Gerüche erfasst wurden.
tscha. dafür wurde ein rudel menschleins gezwungen, mehrere tage lang mit wattebäuschen in den achselhöhlen herumzugehen, die danach sexuell divers orientierten testpersonen unterschiedlichsten geschlechts unter die nase gehalten wurden. meldet
telepolis.
gingerbox - 10. Mai, 23:17