dass die burschenschaft olympia, der der neue dritte nationalratspräsident angehört, "als rechtsextrem eingestuft wird", schreiben und senden die medien allerorten, auch die unverdächtigen. trotzdem: es gibt darauf nur eine replik, nämlich "von wem?". - wer so formuliert, distanziert sich von jenen, die rechtsextremismus benennen.
oder von deren kriterienkatalog. wenn jemand rechtsextrem ist, weist seine ideologie bestimmte merkmale auf, von denen, btw, sehr wenig die rede ist dieser tage. ist es tatsächlich notwendig zu sagen, jemand würde von anderen als rechtsextrem bloß eingestuft, weil man sonst geklagt würde?
gingerbox - 30. Okt, 23:02
schnell. hart. tapfer.
gingerbox - 30. Okt, 22:55
ich verstehe nicht, wo das ganze geld herkommt. ich meine, was gibt der staat österreich eben nur für die AUA aus? und für die banken? wieso geht das, obwohl ich, so lange ich denken kann, immer nur höre, dass "wir" sparen müssen? bei wem nimmt österreich überhaupt die kredite dafür auf? bei anderen staaten? bei china? bei indien? kasachstan?
ich krame in meinem eingerosteten hirn und erinnere mich, mal gelernt zu haben, dass staaten nicht bankrott gehen können, weil sie nicht zusperren können. das war offenbar eine akademische meinung. was passiert mit einem staat, der bankrott ist? er kann seine leistungen nicht mehr erbringen, denke ich mal: sozialleistungen, bildung, gesundheit (kunst und kultur, haha). wird dann das bundesheer abgeschafft? der orf sendet nur mehr testbild? wohl kaum.
und warum holt sich eine bank staatsgeld und sagt gleichzeitig, dass es ihr eh gut geht?
ich kapiere das alles nicht.
gingerbox - 30. Okt, 21:28
jetzt ist es wirklich genug. ich bin dieses jahr so oft im flugzeug gesessen, dass noch meine kinder und kindeskinder, wenn ich denn welche hätte, meine versaute co2-bilanz abbüßen müssten. ich kenne die niki-sandwiches in jedem frischegrad und kann die werbefilmchen auf den kabinenschirmen mitsprechen. ich weiß, welcher sitzplatz etwas taugt und wo einen der teufel holt. und es regt mich jedesmal mehr auf, dass beim heimkommen als erstes eine werbetafel für ein puff in österreich begrüßt.
ein paar stunden vorher war ich noch im hessischen nebel zwischen den großen blonden frauen, die in herrenreiter-ausstattung durch die stadt marschieren. 19. jahrhundert in deutschland am museumsufer, all die schweren villen aus sandstein mit ihren erkern und giebeln und portalen, gräber, gebaut für die ewigkeit. der wind reißt das tote laub von den blättern, die fenster sind blickdicht, dahinter sitzt martin mosebach und verzehrt wohl gerade einen braten mit dicker soße, dann wird klavier geübt und der mißratene sohn, der nichts weiß von der welt, träumt vom krieg. heute verstehe ich ihn, liebe die glasfassaden der wolkenkratzer, die abweisenden straßenschluchten, alles, was in den himmel ragt und diese steinschwere bürgerlichkeit in stücke hauen will.
in baden-baden gibt es ein "restaurant stahlbad".
in wien bimmelt mich die bim über den schwarzenbergplatz zwischen industriellenvereinigung und kaufmannschaft runter zum ring. leicht wirken die beiden häuser, fast italienisch und verspielt, auch wenn darin nichts leichtes verhandelt wird. der österreichische feschismus, den armin thurnher anhand von jörg haider definiert hat, er ist an jeder ecke sichtbar und wohl das, was den touristen auch an wien so gefällt: es ist alles ein großer witz. wir nehmen ihnen das weiße aus den augen, aber es wird ihnen spaß machen. zauber der montur, fesch ist er, der herr major. vor mcdonalds stehen zwei blondierte mädchen mit drei männern in uniform, sie laufen über die kreuzung, offenbar die heute abend diensthabenden herren aus dem theater, das hier "casino" heißt. leicht ist nichts in wien, sagen die gesichter in der straßenbahn, die masken, die man hier im öffentlichen raum noch trägt.
gingerbox - 26. Okt, 23:18
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leipzig?
in einem jahr?
man schickt mir fotos von frisch renovierten altbauwohnungen um kein geld. die stadt selber jubiliert gleich auf der startseite vom tollen wachstum der medienbranche, gut, ich kann gar nicht programmieren, aber eine schreibknechtin mehr, ist für die platz?
was verdient man dort überhaupt?
klein ist es halt, aber groß genug, vielleicht. meine wohnung in wien würd ich behalten, sie liegt gut und ist relativ billig, noch immer, immer mehr: so einen vertrag würde ich jetzt nicht mehr kriegen, und der ist nur fünf jahre alt.
endlich was anderes, endlich was neues.
gingerbox - 24. Okt, 00:15
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