bob-dylan-thomas-rock oder: dichter träumen

ein andermal wurde mir erklärt, dass in wirklichkeit elfriede jelinek meine mutter sei. jelinek stand elegant und etwas teilnahmslos ein paar meter entfernt, während ich traurig war und nicht fassen konnte, dass ich diese nette weiche frau, die mich aufgezogen hatte, jetzt nie wieder sehen würde.
zum schluss habe ich dann noch mehrmals vergeigt, einen artikel über friederike mayröcker zu schreiben. bei meinem besuch in ihrem gartenhäuschen aus beton, wo ich sie sehr gegen ihren willen aufsuchte, um durch ein gespräch meine recherche zu beschleunigen, fand ich mayröcker zu meiner verwunderung mit geschnittenen stirnfransen vor, so dass man sogar ihre augen sehen konnte. während sie am computer saß und tippte, versuchte ich ihre wohnung heimlich nach material zu durchwühlen. aber mayröcker hatte inzwischen aufgeräumt und besaß nun nur mehr einen einzigen kasten, den ich hinter ihrem rücken öffnete und in dem sich nichts befand außer einem stapel teller. mein ausruf der überraschung ließ sie sich umdrehen und lächeln. beschämt rannte ich davon. wegen des artikels musste ich aber trotzdem noch einmal wiederkommen. bei der gelegenheit schlief ich sofort auf dem diwan ein, den mayröcker neben der gartentür stehen hat.
gingerbox - 9. Okt, 20:51
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