Sonntag, 5. Juni 2005

erbauliches zum sonntag abend

ratgeberinin letzter zeit musste ich bedauerlicherweise sehr viel verwirrung wahrnehmen, was „die dinge des herzens“ angeht. immer wieder wandten sich verzweifelte junge menschen an mich und baten um rat, wie sie denn in liebesdingen einen fortschritt erzielen könnten. um dieses thema langsam abzuschließen, aber auch um der breiten öffentlichkeit mein umfangreiches wissen zur verfügung zu stellen, habe ich mir die mühe gemacht und meine weisheiten für Sie zusammengestellt, der einfachheit halber in reimform. ich empfehle Ihnen, folgendes zu memorieren, dann kann ich Ihnen versichern, dass die pfeil' und schleudern des wütenden geschicks Sie nicht mehr auf dem falschen fuß erwischen, sondern Sie jeder auch herausfordernden situation gelassen ins trübe auge blicken können. in kürze wissen Sie, was auf Sie zukommt. sämtliche metrik- und grammatikfehler gehen natürlich auf meine kappe. nun denn:

„Die Männer sind so furchtbar schwach!“
„Die Frauen sind wie Männer!“
Sie treffen sich bei Sonnenschein
und trennen sich im Jänner.

Im Februar tun sie noch groß.
Die Frauen essen Schoko.
Die Männer geh'n ins Stammlokal
to live la vida loco.

Im März sind sie schon etwas blass,
doch immer noch am Hoffen.
Elvira stutzt den Farn zurecht
und Werner bleibt besoffen.

Viel Regen bringt dann der April.
Man wagt sich in die Sauna
und fragt, was das bedeuten will:
„Heit resaviert füa Mauna.“

Der Mai zieht grausam durch das Land,
die Sonne schlägt sich Schneisen.
Die Alten stell'n die Patschen auf,
die Jungen planen Reisen.

Im Juni sieht man Paare steh'n.
Man legt die Stirn in Falten.
Wenn Hübsches um die Ecke biegt,
dann lächelt man verhalten.

Und taucht so drüber bis August.
(Im Juli macht man Ferien.)
Man schlägt die Faust sich vor die Brust
und schaut am Abend Serien.

September heißt dann Schulanfang:
viel junge fesche Eltern.
Man selbst bleibt lieber ohne Kind:
Was man verspricht, das hält man.

Der Herbst kommt langsam in die Stadt,
denn es ist schon Oktober.
Man zeigt, was man zu bieten hat,
und redet viel Zinnober.

Am Friedhof pflanzt man Erika
wenn eintrifft der November.
Und schwupps, schon endet dieses Jahr
am Letzten vom Dezember.

So läuft die Zeit im Sauseschritt,
Ihr lieben Mäd- und Bübchen.
Doch grämt euch nicht zu sehr deshalb
und zwickt dem Leben Grübchen.

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bell7 - 7. Jun, 13:10

???

ist das wunderbar geschriebene gedicht von dir?

gingerbox - 7. Jun, 13:12

na sowieso

klar ist das von mir. steht ja da :-). hab ich ganz allein gemacht!
bell7 - 9. Jun, 11:34

bestens

also ich muss es noch einmal vermerken, das gedicht ist supper!
oder fast schon eine ballade. darfst gleich noch eins schreiben - oder mir eins exklusiv zum geburtstag, das wär auch megafein.
so fein so fein so fein.
dichterfürstin du, feingeistige, rothaarige.
bald gehts auf urlaub!

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