Montag, 14. Juni 2010

Wo ist die Summse? Wo is' sie?

Wenn die Nationalmannschaft für Herrenfußball der neuen Heimat schon mal kickt, muss sich natürlich die gesamte Belegschaft der WG mit allen zwölf Haxen vor dem Fernseher versammeln. Während ich versuchte, die saudummen chauvinistischen Kommentare aus dem TV zu ignorieren, war die Katz' stets auf der Hut: Offenbar lauerte irgendwo im Zimmer ein wildgewordener Wespenschwarm, bereit zum Angriff. Dank aufgestellter Ohren und weit aufgerissener Augen wäre Madame jederzeit auf Flucht oder Jagd vorbereitet gewesen. Allein, das Gesummse kam aus einem Stadion in Südafrika, wo Tausende mit Hilfe ihrer Tröten ein anhaltendes, eher sehr nervtötendes Geräusch produzierten. Aber erklären Sie das einmal so einem Tier.

Sonntag, 13. Juni 2010

Wie - Zwangsneurose?

Ich weiß, es wird nicht mehr lange dauern und ich sortiere meine T-Shirts nach dem Farbrad. Schon jetzt stört es mich, dass die unterschiedlichen Modelle meiner Kleiderbügel nicht alle die gleiche Fasson haben. Hemden zum Beispiel - jetzt hängen die einerseits auf diesen hervorragenden schmalen gummierten Drahtbügeln, andererseits auf den fiesen Putzereitriangeln. Wie sieht denn das aus! Dass ein einzelner weißer Plastikkleiderbügel sofort in die Tonne wandert, ist auch klar. (Wo kommt der überhaupt her?) Das soll aber nicht heißen, dass ich unflexibel bin. Ich kann ohne weiteres Westen und Pullunder auf einen Stapel legen, schließlich gilt für beide: Bitte was drunterziehen.

Vielleicht kein so gutes Beispiel.

Ich meine, seit Monaten habe ich es aufgeschoben, den Kasten aufzuräumen. Eigentlich war es seit dem Umzug nie so, wie ich das mag: schön gestapelt und mit einer konsistenten inneren Logik. Zuletzt habe ich die Sachen ohnehin nur mehr hineingeschmissen und schnell die Tür zugemacht. So konnte das nicht bleiben. Das Schachteldepot im obersten Fach musste zwar dran glauben ("Vielleicht kann man noch mal Geschenke darin einpacken?" - Ja, eh.), dafür ging dann aber auch endlich der alte Bademantel den Weg aller Fetzen, gemeinsam mit noch einem halben Müllsack voller überraschend scheußlicher Sachen, die man überraschenderweise mal gut fand.

Dass ich jetzt daheim sitze und warte, bis der H. kommt, nur um ihn direkt von der Wohnungstür ins Ankleidezimmer zu führen und triumphierend die Kastentüren aufzuziehen, hat sicher nichts zu bedeuten. Auch nicht, dass er schon in meiner alten Wohnung manchmal vor dem offenen Kasten stand und leise murmelte: "Das macht mir Angst."

Montag, 7. Juni 2010

Titel, die das Herz erfreu'n

"Von Dschalalabad nach Bad Schallerbach"

So heißt das neue Buch vom großartigen Erwin Einzinger. Wenn es nur halb so gut ist wie "Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik", ist es immer noch ein Lebensbuch zur Glückseligkeit. Wäre ich unhöflich, würde ich sagen: Lesebefehl!

Edit: Die Buchhändlerin in der Abholabteilung konnte sich gleich an die Bestellung erinnern. "Bei dem Titel musste ich lachen!" Und dann, im vertraulichen Ton: "Gibt es das wirklich - dieses Bad Schallerbach?"

liquid center

fließende inhalte in starren formen

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