Mittwoch, 23. November 2005

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nur den text natürlich. google verzeichnet zum suchbegriff psychologie-bashing genau einen eintrag, und den auch nur im cache, nämlich diesen:

[QUOTE=molosovsky,7 Sep 2004, 10:35]
@Pirx: Habermas kenne ich nicht aus eigener Anschau, die Sache mit Kollektiv- und Individual-Ich klingt aber für mich nicht plausibel, sondern (wie meine Idee auch) nach Wunschdenken. Die Idee der Nation ist der Versuch, nach dem Sturz/Tod Gottes ein neues Großphantasma für das Zusammenschweißen von terretorialen Gemeinschaften zu entwickeln. Ich habe persönlich die Schnauze voll von derartiger Lokal-Fantasy und kann auch nicht nachvollziehen, was so schwer daran sein soll, sich als gemeinsame Kugeloberflächenbewohner zu solidarisieren.

Zu Aufgabe des Individuums: unsere Seelenkunde ist noch größtenteils Spekulativ, die psychologische Schule hat für ein langes Intermezzo gesorgt, in dem alle Vor-Psychologischen Ansätze der Seelenkunde, die sich nicht mit Freuds Phantasmen vertrugen, verdrängt wurden. Seit einigen Jahren ist aber Psychologie-Bashing ganz hip, was einhergeht damit, daß man sich vor-Freud-Leistungen der Seelenkunde (wie Mesmerismus, Alchemie oder Astrologie) wieder interessierter und nüchterner anschaut und nicht nur den Eso-Spinnern überläßt. Freilich ist das alles keine exakte Wissenschaft und ich traue der Kognitivforschung und Ethnologie in diese Dingen mehr mehr jeder Psychologie. Das von uns heute so verstandene »Ich« ist ein Konzept und keine anthropologische Konstante. Man vergleiche unser heutiges nacktes und halbes »Ich« mit der Allianz aus eigener Person mit seinen Genius (oder Dæmon in Philip Pullmans Trio »His Dark Materials«) in der Antike. Aber damals wurde der magische Zwilling (Plazenta, Mutterkuchen), der Begleiter in der Vor-Welt, auch noch unter Bäumen oder im Haus vergraben, um die magische Allianz zu festigen. Zum Beispiel Goethe, klassisch gebildet wie er war, hat seinen Geburtstag noch im römischen Sinne als Genius-Allianz-Fest gefeiert (ohne Gäste). Seit ca. 200 Jahren hat sich durch den Vormarsch der Medizin das Verfahren eingeschliffen, die Plazenta »wegzunehmen« und als Abfall zu entsorgen. Am meisten Ehre hat ihr dabei noch die österreichische Sprache entgegengebracht, geht doch deren Wort für Pfannenkuchen »Palatschinken« auf die saelbe Wurzel zurück. Heute werden die Plazenten als Brennmittel für Müllverbrennungsanlagen verwendet … magisch gesehen eine empörende Praxis und ich könnte weiterabschweifen mit der Medizinalisierung der Menschen usw.
(...)

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