kleinmöbelkauf
wieder mal gescheitert.
mit besten vorsätzen um 13 uhr, es war samstag, die wohnung verlassen, gut gefrühstückt gehabt (kaffee im bett, wo die sonne hinscheint), gemütlich geduscht, noch eine stunde herumgedüdelt, alles prima, innerlich gut gewappnet, sogar eine liste gemacht: zwei vorhangstangen (damit die nägel mal aus dem fensterstock herausgeholt werden können), ein couchtisch (statt der übriggebliebenen abdeckung der waschmaschine auf der roten plastikklappkiste), eine warme wintertuchend (damit ich mich nicht jeden morgen aus fünf schichten übereinander herausarbeiten muss), eine matratze (1,40 x 2,00 m). überschaubar. notwendig. keine ästhetischen fragen zu klären, kein ratloses herumstehen zu erwarten, ob das irgendwie dazupassen möge zum zeug daheim, einfach rein in den laden, sachen einsammeln, bezahlen, liefertermin ausmachen, fertig.
u6. sonnenbrille auf, buch raus, nicht hinsetzen, alle reden schon wieder so laut, will ich nicht hören, sondern am ende des wagens auf den sockel lehnen. klar, ein mann lehnt sich daneben. hätte ich die brille nicht auf, er hätte mich schon angequakt, auch ohne blickkontakt vorher. aber: er wird angerufen. redet laut, schnell und viel, auch nach dem auflegen. aber das buch ist gut, die sonne scheint, alles in ordnung. burggasse aussteigen. red bull, ein getränk für prolos und junkies und övpler. an der ampel steht ein pummliger mann im polyester-pullover und jongliert mit drei bällen. fängt sie auf, wartet weiter.
problem jetzt: das möbelhaus wird renoviert, ist also geschlossen. vergangene zeit bisher: 45 minuten, und nichts erreicht. jetzt erika kaufen und den nachmittag über gärtnern? nein, es wird nicht aufgegeben. jetzt sind wir schon mal da. jetzt fahren wir in die mariahilferstraße, hurra!
wieder runter in die u6. ein kleiner bursch sortiert seine spritzen, neben ihm kramt eine frau hektisch in ihrer tasche. sie hat ein tuch um den hals und einen teuren haarschnitt und sieht den kleinen gar nicht. der zug kommt, alle wagen überfüllt, ich renne nach hinten, finde gnadenhalber einen platz, draußen zwei männer, ein alter und ein junger, keine ahnung: vater und sohn oder rentboy und kunde? der junge trägt shades und hat den kragen vom polohemd hochgeklappt, der alte lächelt verschlagen, verwirrt, aber sicher. schwarze pumps am westbahnhof, schwarze strumpfhose, magere beine, gefärbte haare, weiter runter in die u3, dort eine schöne brille in einem klassischen gesicht, indischpakistanischeuropäischwasweißich über grässlichen combathosen, ein schichtenswitcher, oben intellektuell, unten außenbezirke, vorstadt, klo am gang, hast es nicht leicht, und bist du jetzt eher die hose oder die brille (da muss ich lachen)? gott sei dank, die brille, dass sich nichtaggression hin- und herschicken lässt ohne worte oder gesten oder sonstwas, wie das geht, das würde ich echt gerne wissen.
neubaugasse, ich kurble mich aus der tür, laufe die stiegen hoch, vorbei an der überfüllten rolltreppe, frau mit kurzen haaren, minirock, schmale figur, telefonierend, you don't mess with the lady, schwule paare, die es noch gar nicht fassen können und sich fast wie in berlin fühlen, ein blondes ballettmädchen, auch am telefon, ich hab mit der mama gekocht, das kannst du kosten, das habe ich mitgebracht, weil du immer sagst ich koche nie, ich lasse sie überholen, ich bin noch nicht mal dort, wo ich hinwill, und möchte schon einen kaffee, aber jetzt nicht, jetzt wird was erledigt, gefälligst.
auch dieses möbelhaus wird umgebaut, hat aber offen. angestellte auskunftskräfte übersehen mich, ich stehe mal zwei minuten mitten im gang und weiß nicht, wo ich hin soll und was ich jetzt mache. vorhangstangen – ist das jetzt „wohnzimmer“ oder „kleinmöbel“ oder „schlafzimmer“ oder „zubehör“? kaufe ich mir jetzt einfach ein kaffeehäferl und gehe wieder?
mal mit der rolltreppe rauffahren und von oben die hütte aufrollen. kinderwägen. leonardo-gläser. lampen. lampen, lampen, lampen. ein couchtisch um 299 euro (abholpreis, einzelstück). pressspan, furniert.
alles aussichtslos.
das war's. runter zum ring, gottseidank kommt gleich die richtige straßenbahn. zwei stunden vertan, viel geld gespart.
rest des nachmittags: sofa.
mit besten vorsätzen um 13 uhr, es war samstag, die wohnung verlassen, gut gefrühstückt gehabt (kaffee im bett, wo die sonne hinscheint), gemütlich geduscht, noch eine stunde herumgedüdelt, alles prima, innerlich gut gewappnet, sogar eine liste gemacht: zwei vorhangstangen (damit die nägel mal aus dem fensterstock herausgeholt werden können), ein couchtisch (statt der übriggebliebenen abdeckung der waschmaschine auf der roten plastikklappkiste), eine warme wintertuchend (damit ich mich nicht jeden morgen aus fünf schichten übereinander herausarbeiten muss), eine matratze (1,40 x 2,00 m). überschaubar. notwendig. keine ästhetischen fragen zu klären, kein ratloses herumstehen zu erwarten, ob das irgendwie dazupassen möge zum zeug daheim, einfach rein in den laden, sachen einsammeln, bezahlen, liefertermin ausmachen, fertig.
u6. sonnenbrille auf, buch raus, nicht hinsetzen, alle reden schon wieder so laut, will ich nicht hören, sondern am ende des wagens auf den sockel lehnen. klar, ein mann lehnt sich daneben. hätte ich die brille nicht auf, er hätte mich schon angequakt, auch ohne blickkontakt vorher. aber: er wird angerufen. redet laut, schnell und viel, auch nach dem auflegen. aber das buch ist gut, die sonne scheint, alles in ordnung. burggasse aussteigen. red bull, ein getränk für prolos und junkies und övpler. an der ampel steht ein pummliger mann im polyester-pullover und jongliert mit drei bällen. fängt sie auf, wartet weiter.
problem jetzt: das möbelhaus wird renoviert, ist also geschlossen. vergangene zeit bisher: 45 minuten, und nichts erreicht. jetzt erika kaufen und den nachmittag über gärtnern? nein, es wird nicht aufgegeben. jetzt sind wir schon mal da. jetzt fahren wir in die mariahilferstraße, hurra!
wieder runter in die u6. ein kleiner bursch sortiert seine spritzen, neben ihm kramt eine frau hektisch in ihrer tasche. sie hat ein tuch um den hals und einen teuren haarschnitt und sieht den kleinen gar nicht. der zug kommt, alle wagen überfüllt, ich renne nach hinten, finde gnadenhalber einen platz, draußen zwei männer, ein alter und ein junger, keine ahnung: vater und sohn oder rentboy und kunde? der junge trägt shades und hat den kragen vom polohemd hochgeklappt, der alte lächelt verschlagen, verwirrt, aber sicher. schwarze pumps am westbahnhof, schwarze strumpfhose, magere beine, gefärbte haare, weiter runter in die u3, dort eine schöne brille in einem klassischen gesicht, indischpakistanischeuropäischwasweißich über grässlichen combathosen, ein schichtenswitcher, oben intellektuell, unten außenbezirke, vorstadt, klo am gang, hast es nicht leicht, und bist du jetzt eher die hose oder die brille (da muss ich lachen)? gott sei dank, die brille, dass sich nichtaggression hin- und herschicken lässt ohne worte oder gesten oder sonstwas, wie das geht, das würde ich echt gerne wissen.
neubaugasse, ich kurble mich aus der tür, laufe die stiegen hoch, vorbei an der überfüllten rolltreppe, frau mit kurzen haaren, minirock, schmale figur, telefonierend, you don't mess with the lady, schwule paare, die es noch gar nicht fassen können und sich fast wie in berlin fühlen, ein blondes ballettmädchen, auch am telefon, ich hab mit der mama gekocht, das kannst du kosten, das habe ich mitgebracht, weil du immer sagst ich koche nie, ich lasse sie überholen, ich bin noch nicht mal dort, wo ich hinwill, und möchte schon einen kaffee, aber jetzt nicht, jetzt wird was erledigt, gefälligst.
auch dieses möbelhaus wird umgebaut, hat aber offen. angestellte auskunftskräfte übersehen mich, ich stehe mal zwei minuten mitten im gang und weiß nicht, wo ich hin soll und was ich jetzt mache. vorhangstangen – ist das jetzt „wohnzimmer“ oder „kleinmöbel“ oder „schlafzimmer“ oder „zubehör“? kaufe ich mir jetzt einfach ein kaffeehäferl und gehe wieder?
mal mit der rolltreppe rauffahren und von oben die hütte aufrollen. kinderwägen. leonardo-gläser. lampen. lampen, lampen, lampen. ein couchtisch um 299 euro (abholpreis, einzelstück). pressspan, furniert.
alles aussichtslos.
das war's. runter zum ring, gottseidank kommt gleich die richtige straßenbahn. zwei stunden vertan, viel geld gespart.
rest des nachmittags: sofa.
gingerbox - 1. Okt, 19:08
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