das knielange rockerl
widrige witterungsverhältnisse verhinderten, was ich eigentlich vorhatte, nämlich die in berlin wie überall vorhandene, dort aber in überdurchschnittlicher dichte anzutreffende mode des knielangen rockerls über der schlabberhose zu dokumentieren. hin und wieder greife ich ja selbst zu dieser unheilvollen kombination, zumeist um das durchblitzen der unterhose durch das fadenscheinige baumwollgespinst taiwanesischer sweatshop-sommerhosen zu verhindern. niemals jedoch käme mir ein rock über eine jean, und auch in der musterung bin ich zurückhaltend, beziehungsweise und genauer gesagt geht muster gar nicht.
andere damen sehen das nicht so eng. gewagte schlieren, schnörkel und muster gemahnen an tapeten der 70er jahre, die farben spielen vom violett-psychedelischen über einfaches gagerlgrün mit gelb bis zum knalligen kirschrot der 50er. der schnitt des rockerls (das zumindest in wien ausschließlich im diminutiv zu bezeichnen ist) muss figurbetont, darf aber nicht eng sein, also weder glockig noch stretchig. der rock darf nicht über's knie fallen, aber auch nicht höher als eine handbreit über dem knie enden. die hose darunter ist uni zu halten.
auf dem kopf trägt die dame, wenn es ganz dicke kommt, ein kopftuch (im nacken zu binden). wenn sie die haare gewaschen hat, schnürt sie sich vielleicht einen pinsel auf den hinterkopf, was gut geht, weil die haare halblang sind. das ist praktisch und doch weiblich. hat die frau ein kind, verzichtet sie auf die hose unter dem rock (noch weiblicher), dafür trägt sie an den füßen camper oder flip-flops und schiebt einen kinderwagen. sie ist dezent geschminkt und lächelt viel. sehr viel. an ihrer seite hat sie einen herrn mit schmalz in den haaren, der viel redet, aber das macht nichts. sie hat schon eine leise ahnung davon, dass sie nicht alles im leben haben kann, glaubt aber, dass man mit freundlichkeit und anpassung weiter kommt als es auf den ersten blick scheinen mag. sie will sich bewegen können, hence die hose, aber beim hinsetzen muss sie wegen des rockerls die beine übereinander schlagen.
rocklänge und besonders kopftuch kennt sie von früher. beides erinnert sie an die frauen daheim, an weibliche arbeit und an die schürze der mutter, aber das weiß sie zumeist nicht. die wilden muster und der schundige stoff sind die zugeständnisse an die gegenwart, mit denen sich das alte maskiert. von den lügen der mode ist dies eine der bittersten: das versprechen, sich vor der entscheidung drücken und trotzdem frau sein zu können.
andere damen sehen das nicht so eng. gewagte schlieren, schnörkel und muster gemahnen an tapeten der 70er jahre, die farben spielen vom violett-psychedelischen über einfaches gagerlgrün mit gelb bis zum knalligen kirschrot der 50er. der schnitt des rockerls (das zumindest in wien ausschließlich im diminutiv zu bezeichnen ist) muss figurbetont, darf aber nicht eng sein, also weder glockig noch stretchig. der rock darf nicht über's knie fallen, aber auch nicht höher als eine handbreit über dem knie enden. die hose darunter ist uni zu halten.
auf dem kopf trägt die dame, wenn es ganz dicke kommt, ein kopftuch (im nacken zu binden). wenn sie die haare gewaschen hat, schnürt sie sich vielleicht einen pinsel auf den hinterkopf, was gut geht, weil die haare halblang sind. das ist praktisch und doch weiblich. hat die frau ein kind, verzichtet sie auf die hose unter dem rock (noch weiblicher), dafür trägt sie an den füßen camper oder flip-flops und schiebt einen kinderwagen. sie ist dezent geschminkt und lächelt viel. sehr viel. an ihrer seite hat sie einen herrn mit schmalz in den haaren, der viel redet, aber das macht nichts. sie hat schon eine leise ahnung davon, dass sie nicht alles im leben haben kann, glaubt aber, dass man mit freundlichkeit und anpassung weiter kommt als es auf den ersten blick scheinen mag. sie will sich bewegen können, hence die hose, aber beim hinsetzen muss sie wegen des rockerls die beine übereinander schlagen.
rocklänge und besonders kopftuch kennt sie von früher. beides erinnert sie an die frauen daheim, an weibliche arbeit und an die schürze der mutter, aber das weiß sie zumeist nicht. die wilden muster und der schundige stoff sind die zugeständnisse an die gegenwart, mit denen sich das alte maskiert. von den lügen der mode ist dies eine der bittersten: das versprechen, sich vor der entscheidung drücken und trotzdem frau sein zu können.
gingerbox - 16. Aug, 22:07
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