... aus der steckdose

Donnerstag, 22. Mai 2008

zwischenbilanz

das gejammer der kulturbetriebsbonzen über den niedergang der lesekultur, über das verschwinden des buches und den damit verbundenen untergang des abendlandes geht mir lang und eigentlich immer schon auf die nerven, vor allem wegen seiner verlogenheit. so wie die da sitzen, präsentieren sie sich immer als genau solche, die das lesen ohnehin nicht brauchen und es bestenfalls (bestenfalls!) sportlich angehen, als intellektuelle arbeit, die das denken schult, zumeist aber nur als mittel zum distinktionsgewinn und ausweis der tatsache, dass man noch immer genug zeit und nerv und muße habe, sich am abend oder gar unter tags hinzuhocken und sich zu konzentrieren, während der mob sich mit trash-tv ruhig stellt.

lesen war aber immer was für die schwachen und scheuen, für die, die mit dem leben nicht so zurecht gekommen sind, wie es verlangt wurde, für kinder, die mehr gespürt haben und vorsichtiger waren als die anderen und die damit irgendwo hin mussten. was wäre passiert, wenn dieses kind die möglichkeit gehabt hätte, den weg in die bücher zu wählen?

ich selber würde gern was lesen über die 90er-jahre, als alles science fiction war und die neugier aufeinander groß und alles in bewegung. und wie all das wieder verschwunden ist. ich denke an die popkultur-boys und an judith hermann, ihre wütenden oder melancholischen abgesänge auf die uneindeutigkeit und das verschwimmen, wir wussten vielleicht zu viel damals. all is full of love.

Sonntag, 17. Februar 2008

(aufgew.)

(danke für alles.)

Sonntag, 25. November 2007

tv

das fernsehen in seinem sozialporno-pseudoberatungsformat (supernanny, du bist was du isst, frauentausch, hausputz etc.) erfüllt einen bildungsauftrag und erfüllt ihn gleichzeitig natürlich nicht. man kann auf ATV nicht lernen, wie man sich gesund ernährt, weil man nichts über selbstdisziplin lernt, nichts vom sich-organisieren und nichts vom warten - drei fähigkeiten, die diese formate beim zuseher zerstören. aber die, die im ersten einstieg in die kamera sagen "ich wusste einfach nicht mehr weiter", erkennen zumindest, dass ihnen kompetenzen fehlen, um ihr leben zu meistern. dass sie sich ans fernsehen wenden, weil ihnen sonst offenbar niemand einfällt, der ihnen weiterhelfen könnte, ist bitter. das fernsehen ist eine institution für diese menschen. manche lassen sich vom fernsehen auch das eigene haus inklusive küchengeräten fertigbauen, das finde ich gut, für den geldwert kann man gern ein paar tränchen vor der kamera zerdrücken. (weiterdenken)

Montag, 8. Oktober 2007

to-do-liste

drucker
schreibtischlampe
figur sanieren

klüger werden
fleißiger werden
schneller werden

vorhänge
geld
verdauung

überhaupt: leben planen bis zum sarg (hehe)

Samstag, 15. September 2007

neue liebe

sonnenschein

klar, dass die krankenkasse das nicht zahlt. ist ja irgendwie bio und öko und nicht pharma - aber nach einer stunde mit meiner neuen lieblingsdroge macht mir auch das nichts mehr aus. so erledigt, dass einem der besuch beim mobilfunkbetreiber die tränen in die augen treibt? der deutsche herbst im fernsehen, oh gott? die ganze wohnung verdreckt, weil man keine kraft zum aufräumen hat? alles kein problem, sie macht alles wieder gut.

dieser winter wird strahlend. willkommen zurück im leben.

Samstag, 30. Juni 2007

was auch nervt:

dieses kapitulieren-gedöns von wirklich wahr: tokotronique jeden freien tag auf dem einen von den zwei hörbaren radiosendern in die ohren gewürgt zu bekommen. muss ich immer gleich abdrehen. schrecklich.

Montag, 7. Mai 2007

oh manno, espeöh

norbert darabos. guter mann, das. spö-kriegsminister, ehemals strippenzieher im hintergrund, jetzt an vorderster front in der ersten reihe und gar nicht gespindoctort, dafür verwickelt in einen poker, bei dem er als schnapser die besseren karten hat, während der gegner, in dem fall eurofighter-eads, das zeitfenster verwässern will.

die övp, nicht faul, meint gleich, man sei doch nicht an einem burgenländischen wirtshaustisch, und ich wette meinen arsch und alles andere, dass sie das nicht gesagt hätten, wäre er nicht burgenland-kroate.

Montag, 11. September 2006

nataschaspace

reserviert für kampusch, via pony.exe

Donnerstag, 31. August 2006

schon wieder müde

nachtischlamperl steht links vom bett, radio rechts. neulich zum ersten mal: zwischen lichtabdrehen und radioabdrehen eingeschlafen. auf halber strecke.

das nächste, was ich weiß: ich träume, mitten in einem schweinemäßig lauten orchester zu stehen. wache glücklicherweise dann doch irgendwann auf, im stockdunklen schlafzimmer wehen mir die lautsprecher den sandmann aus den augen und ich muss hören, womit ö1 sein publikum nachts um drei beschallt. motto: lieber eine tuba mehr.

Dienstag, 11. Juli 2006

blinded by the light

grad eben eyes of laura mars im prater. nunja. ein zeitdokument, das leider alle interessanten ansätze vergeigt für eine der banalsten denkbaren lösungen. dabei hätte es so gut werden können!

ich meine: wenn eine fotografin als hauptfigur auftritt, die frauen fotografiert, und deren fotos anstoß erregen; wenn ihre mitarbeiterInnen durch stiche in die augen ermordet werden; wenn sie selbst gesichte hat und in ihren visionen durch die augen des mörders seine tat sieht, dann ließe sich doch bitte was machen zu den themen sehen – abbild – blick – macht und so weiter. aber leider: die fotografin rutscht im laufe des films aus ihrer hauptrolle (was auch daran liegt, dass faye dunaway ganz gegen ihren typ nur klapprig herumhühnert und ständig am nervenflattern ist), statt dessen gibts plötzlich eine schnulzige lovestory mit dem ermittler, der sich zu allem überfluss am schluss auch noch als der täter herausstellt. denn er leidet - raten sie - richtig: unter multipler persönlichkeit und hasst die fotos, weil sie ihn an seine mutter erinnern. die wiederum ihn vernachlässigt hat, um auf den strich zu gehen. den finalen showdown will ich jetzt nicht wiedergeben, er ist zu abgedreht.

hab ich halt interieur geschaut und schuhe und haare und kleider. in filmen aus den 70ern ist ja immer herbst, das ist ganz angenehm. schön braun alles. was für ein schmarrn.

liquid center

fließende inhalte in starren formen

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