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    <title>liquid center (fließende inhalte in starren formen)</title>
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    <description>fließende inhalte in starren formen</description>
    <dc:publisher>gingerbox</dc:publisher>
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    <dc:date>2008-06-21T19:55:41Z</dc:date>
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    <title>liquid center</title>
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  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/5009364/">
    <title>nachrichten aus dem taubenschlag (inklusive sexgeräusche-rezension)</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/5009364/</link>
    <description>&quot;donc&quot; machen die maulbeeren, die der schon wieder genau rechtzeitig zu sommerbeginn mit der produktion fertig gewordene gleichnamige baum in regelmäßigen abständen auf meine blechernen fensterbretter plumpsen lässt. durchs offene fenster sehe ich dann den besoffenen amselmännchen zu, wie sie sich schon nicht mehr ganz flugtauglich von einem ast zum nächsten hopsen und das überreife obst schnabulieren (no pun intended). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser prächtige baum, den die hausverwaltung so gelassen vor sich hin wachsen und wirken lässt - er macht mir viel freude. gut, wenn in der nacht der sturm durch die äste wuschelt, kanns schon sein, dass man sich kurz schreckt, wer denn da im ersten stock an die fenster klopft. andererseits - das thema fensterputzen hat sich für mich, so lange ich hier wohnen bleibe, erledigt. so schnell kann man gar nicht putzen, dass diese erstaunlich biegsamen äste mit ihren bemerkenswert großformatigen blättern nicht sofort alles wieder verschmiert hätten. an jenen tagen, die ich nicht zum geldverdienen vernutze, beschert mir das flatternde grünzeug gegen elf am vormittag außerdem flirrende lichtspiele am parkett, die 300 meter luftlinie von der strudelhofstiege entfernt ein äußerst literarisches flair und ambiente erzeugen. &quot;mon!&quot; antworte ich dann, herrn &lt;a href=&quot;http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/spielplan/spielplan_werkbeschreibung.php?eventid=831398&quot;&gt;meyerhoffs großmutter &lt;/a&gt;zitierend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überhaupt, sommer, zeit der offenen fenster! &lt;a href=&quot;http://www.zwarwald.de/index.php/archives/2008/06/18/lebemann/&quot;&gt;wer, wie ich, zum innenhof hinaus wohnt, lernt jetzt seine nachbarn besser kennen&lt;/a&gt;, auch wenn er oder sie, wie ich, den persönlichen kontakt aus gründen meidet: genau dafür bin ich doch in die stadt gezogen - dass ich meine nachbarn nicht kennen muss! trotzdem macht es mir irgendwie freude, die lebensgeräusche der anderen zu hören. das baby von letztem jahr ist offenbar gut gediehen, wir hier im taubenschlag hören jetzt viel &quot;nein&quot;, &quot;nein!&quot; und &quot;NEIN!&quot; über den hof. aber die mutter (wie ich annehme) holt sich viel rat (wie ich hoffe), denn sie telefoniert gern und viel und lang. lustiger wär&apos;s, wenn ich sie verstehen könnte, aber ich hab nicht einmal eine ahnung, welche sprache das sein könnte, die sie spricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die nachbarn über mir sind offenbar ausgezogen. die waren nett, zwar ein bisschen fad, aber nett. aber fad. sie haben angenehme, eher beruhigende sexgeräusche gemacht: recht nett, ein bisschen fad, aber man wusste, die bleiben auf ewig zusammen und kriegen bald ein kind. sie war fokussiert und trug ein knielanges rockerl, er hatte kurze haare und diese sportsandalen mit klettverschluss, und öfter als zweimal pro saison  musste man sich um seine nachtruhe keine sorgen machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das neue paar auf der 1er-stiege ist da ein anderes kaliber. da kommt man gern mal gegen halb drei uhr nachts zur sache, und zwar richtig. dazu muss ich aber leider ganz generell, und besonders in richtung der damen, anmerken: bitte imitieren sie nicht länger als unbedingt nötig jene geräusche, die sie sich aus dem kabelfernsehen gemerkt haben, sondern versuchen sie möglichst rasch, ihre eigene &quot;stimme&quot;, wenn man das so nennen kann, zu finden. ihrem partner mag es egal sein, aber ihre nachbarn und vor allem sie selbst haben mehr davon, wenn sie sich nicht nur und ausschließlich an ihren eigenen schauspielerischen künsten erfreuen. gerade für mich als nachbarin ist das besonders wichtig, denn es macht beleibe einen unterschied, ob ich bei 30 grad außentemperatur das thermo-schallschluckfenster mit freundlicher sympathie oder eher mit dem ärger der solidarischen enttäuschung schließe! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jenem nachbarn freilich, der eine vorliebe für den schlager &quot;theo, wir fahrn nach lodz&quot; hat, ist auch mit ungefragt verabreichten guten ratschlägen nicht mehr zu helfen.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/weltbild+plus&quot;&gt;weltbild plus&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-21T18:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4948835/">
    <title>zwei jahre</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4948835/</link>
    <description>24. mai 2006, flughafen tegel. ein schlaks im anzug mit staubmantel und rollköfferchen stiefelt hinter mir auf die terrasse des cafes und fragt gleich, wenig überraschend, ob er sich  dazusetzen kann an den letzten freien tisch in der sonne. aber bitte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man macht smalltalk über die tagung, er fläzt im sessel, raucht zigarillos, ich frage, er redet, wir tauschen kärtchen, wir siezen uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bald kam das erste mail, dann viele weitere. dann vieles mehr. es wurde ein großes glück daraus und eine große leichtigkeit.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/random+acts+of+happiness&quot;&gt;random acts of happiness&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-25T21:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4943449/">
    <title>der lehrer, 1983</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4943449/</link>
    <description>&lt;i&gt;Als Kind war ich überzeugt, dass mein Lehrer meine Gedanken lesen kann. Er war ein gewalttätiger, brutaler Mensch, war aber aufgrund seiner für die Verhältnisse des Dorfes überdurchschnittlichen Bildung de facto unantastbar. Vielleicht lag es aber auch nur an seiner Brutalität, die die Dorfleute mit Lust genossen, auch wenn sie es nicht zugaben, vielleicht hätte er ganz ungebildet, roh bis zur Lächerlichkeit sein können und sie hätten ihn trotzdem geachtet, einfach weil er der Dorflehrer war, weil er herumschrie und ihre Kinder schlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal kam die Mutter einer Klassenkollegin zu ihm in die Sprechstunde. Das Mädchen hatte geweint daheim, den Grund weiss ich nicht mehr, denn er gab jeden Tag viele Gründe, jedenfalls stand diese Frau, die mächtigste Bäurin des Orts, die damals schon mit ihrem Mann überteuerte und feuchte Wohnungen an hilflose Gastarbeiter vermietete, die sich über Ausländer ausließ und ganz vorne in der Kirche saß, stand also diese Frau vorsichtig und kriecherisch lächelnd im dunklen Konferenzzimmer und bat, sie wisse, ihre Tochter habe eben irgendetwas getan oder vergessen, es werde nie wieder vorkommen, das verspreche sie, um ein bißchen Rücksichtnahme. Das Mädchen habe doch so geweint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er versprach es ihr. Am nächsten Morgen holte er das Mädchen hinaus an die Tafel und fing sofort an, sie anzuschreien und lächerlich zu machen. Das Mädchen stand vorne, klammerte sich mit beiden Händen an ihre Hosennähte und fing dann doch zu weinen an. Der Lehrer schrie noch lauter und lachte sie aus, die Trenzn, das Mensch, das Mamakind, und wann er dann aufhörte und wie es endete weiß ich nicht mehr, aber es muss ja irgendwann aufgehört und irgendwie geendet haben, denn sonst säßen wir alle noch immer im Klassenzimmer und hörten zu, wie der Lehrer das Mädchen erniedrigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschlagen wurden nur die Buben. Es waren weniger Ohrfeigen, die der Lehrer ihnen gab, als grobe Rempler, ein kräftiger, wütender 50jähriger packt den Körper eines achtjährigen Buben am Kragen seines billigen Pullovers, schüttelt ihn und schleudert ihn zornig von sich, so dass das Kind rücklings über die kleinen Kinderschulsessel fällt, den Kopf schlägt es sich gerade noch nicht an der Bank hinter ihm, aber die Sessel kippen auf das Kind, es muss seine Glieder sortieren, mit gelblackierten Sprossen verkeilte Beine und Arme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bub war fehlsichtig und hatte eine dicke Brille, was ihn immer irgendwie verdutzt aussehen ließ, auch an diesem Nachmittag, die Haare wie immer zerzaust, noch mehr durch den Sturz, und die Augen abgewandt, als er sich aufrappelte, um nicht die Rage des Lehrers durch einen Blick noch einmal wachzurufen oder besser zum Ausbruch zu bringen, denn er wusste auch ohne hinzusehen, was wir sahen, dass nämlich die Wut des Lehrers noch da war und nur innehielt und ihr nächstes Ziel erwartete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher sei er noch schlimmer gewesen, sagten die Erwachsenen. Früher war der Lehrer jung und ständig geladen, alles konnte ihn zum Ausrasten bringen, vor allem Dummheit, auch Faulheit, die Angst der Kinder, kleinste Fehler dienten als Vorwand. Als er unser Lehrer wurde, war er schon älter und zynischer, die Abwertung erfolgte verbal, die Schläge waren seltener als früher, so sagte man zumindest. Auch der Alkohol wirkte dämpfend auf ihn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Mädchen, wir waren sieben oder acht Jahre alt, schrie er minutenlang an, weil sie an einem heißen Tag während der Stunde die Socken auszog. Die Tränen standen ihr in den Augen, aber sie traute sich nicht zu weinen. Aber mich hat er geliebt, denn ich war die beste Schülerin der Klasse, auch von den Buben war keiner besser als ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals gab es noch ein Fach namens Heimatkunde. An einem Wintertag ließ der Lehrer hektografierte Abzüge vom Umriss unseres Ortes durchgeben. Jedes Kind hatte sich einen Abzug zu nehmen und ins Heft zu kleben, dann würden wir gemeinsam die Ortsteile einzeichnen, die wichtigen Punkte markieren und beschriften und so etwas lernen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umrisse unseres Ortes waren charakteristisch, wie wir schnell merkten. Sie erinnerten an den Kopf eines Mannes mit Spitzbart im Profil. Die Kinder in der ersten Reihe lachten schon und schrieen es heraus, die Reihen dahinter wurden immer ungeduldiger. Endlich hatte auch ich ein Blatt in der Hand. Ich freute mich, schnitt das Blatt zurecht, um es ins Heft kleben zu können, drehte es um, öffnete die Klebstofftube, trug eine dünne Spur Klebstoff an den Rändern auf, drehte das Blatt erneut, diesmal noch vorsichtiger, wieder um, legte es langsam auf die leere Heftseite, strich es glatt, klebte eine lose Ecke noch extra fest, strich noch einmal darüber, legte dann die Hände links und rechts neben das Heft und sah, dass ich den Kopf des Mannes verkehrt eingeklebt hatte. Das Blatt stand auf dem Kopf. Der Spitzbart zeigte nach Norden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht mehr, ob mir heiß geworden ist oder flau im Magen. Ich weiß nur, dass ich nicht wagte, meinen Fehler zu bekennen. Irgendwie muss ich das Heft umgedreht haben, um gemeinsam mit der Klasse die Eintragungen zu machen. Dann wurden die Hefte abgesammelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der nächsten drei Tage spielte ich wie üblich nach der Schule mit den Kindern der Nachbarn, sah fern, las ein bisschen und versuchte, nicht zu denken. Am dritten Abend saß ich allein in der Küche, und hinter dem Haus ging die Sonne unter und leuchtete blass durch die niedrigen Fenster, als ich mir wünschte, der Lehrer würde sterben. Dieses Gefühl, dass er einfach nicht existierte, dass er nie mehr existieren würde, sondern dass ich unbeschwert, unbeobachtet  war, war wunderbar und erfüllte mich zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Bewusstsein von Freiheit und Knechtschaft zugleich. Ich fühlte, wie es wäre, frei zu sein, welch ein Glück es wäre. Und ich fühlte, dass ich gebunden war. Dass es keinen Ausweg gab. Und dass ich schuldig war, ihm den Tod gewünscht zu haben, wofür er mich bestrafen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sah aus dem Fenster. Hinter dem Haus lag ein kleiner, stinkender Fischteich, so seicht, dass ihn nur das durchfließende Rinnsal vor dem Zufrieren bewahrte. Und da draußen schwebte der Geist meines Lehrers, da draußen war er und wusste, dass ich mir seinen Tod wünschte. Sein Körper war in der Schule, aber sein Geist war überall, wo immer ich war. Die Mauern meines Elternhauses konnte er nicht durchdringen, aber meine eigenen Gedanken waren stark und unkontrollierbar, mit meinem Blick waren sie durch das Fenster hinaus geflogen, und dort hatte sie der Geist meines Lehrers erkannt. Einen Augenblick nur hatte das gedauert. Wie man einen Lichtschalter umlegt, so knipste ich meine Gedanken aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag war wieder Heimatkunde. Ich erwartete mein Urteil. Die Hefte wurden ausgeteilt, alle fingen an zu blättern. Ich fand die Seite. Neben dem in den Himmel ragenden Spitzbart stand mit der gut leserlichen Schrift des Volksschullehrers:&lt;br /&gt;
Verkehrt eingeklebt!&lt;br /&gt;
Nicht mehr. Der Rest war als in Ordnung beurteilt worden. Ich atmete aus und lächelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein halbes Jahr später führte er uns am Wandertag auf den nahegelegenen Berg, wo auf den Ruinen einer römischen Basilika eine kleine Kirche errichtet worden war. Der Tag war heiß. Mit großen Schritten bestieg er den Hügel, wir Kinder hinterdrein. Der Staub der Forststraße klebte uns in den verschwitzten Gesichtern. Ich war ein unsportliches Kind und schritt konzentriert vorwärts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer dreiviertel Stunde waren wir oben im blanken Licht der Mittagshitze und rasteten. Im der Kirche angeschlossenen Wirtshaus kauften sich einige Kinder Almdudler, die meisten packten ihre mitgebrachte Jause aus, aßen und tranken und fingen bald zu spielen an.&lt;br /&gt;
Der Lehrer setzte sich abseits, ohne uns zu beachten. Eine zweite Klasse war dabei, die junge Lehrerin kümmerte sich um alles. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich spielte nicht, sondern saß allein und erwartungsvoll herum. Die Kinder waren dumm und oberflächlich. Mein Lehrer, ein gebeugter, einsamer Mann. Ich erhob mich und ging zu ihm hinüber, setzte mich so nahe ich aushalten konnte neben ihn, zwei Meter waren wohl zwischen uns, vielleicht auch weniger, ich war ein kleines Kind und nahm Entfernungen anders wahr, als eine Erwachsene es tut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dann geschah, weiß ich nicht mehr genau. Er bemerkte mich, sah mich kurz an, aber auch ob er mich ansprach, weiß ich nicht mehr. Sicher redeten wir nicht viel, ganz sicher nichts von Bedeutung. Ich weiß nur, dass ich mich ihm sehr verbunden fühlte, ich glaubte, dass er es auch fühlte, und ich weiß heute, dass ich ihn begehrte. Wir waren uns ähnlich in unserer Einsamkeit. Mich als einzige ließ er daran teilhaben. Wir beide waren klüger als alle anderen, das war unsere Tragik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann stand ich wieder auf und ging weg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein, zwei Jahre später, ich ging schon ins Gymnasium, sah ich ihn noch einmal. Meine Familie war im Dorfwirtshaus, um einen Geburtstag zu feiern, da stand er plötzlich im Türrahmen, besoffen und wütend, dozierte und schrie. Schon bei seinem Anblick packte mich wieder die Angst um Schultern und Knie, und es tat gut zu wissen, dass ich zwischen meinen Eltern saß und der Tisch mich von vorne schützte. Er bemerkte mich nicht, meine Eltern starrten ihn halb fassungslos, halb peinlich berührt an, und schon kam der Wirt, redete auf ihn ein und führte ihn aus dem Zimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war die letzte Begegnung. Etwa zehn Jahre später nahm sich der Sohn des Lehrers das Leben. Man erzählte, er habe ihn selbst gefunden, von der Decke baumelnd. Ich könnte nicht sagen, ob ihn dieses Erlebnis endgültig gebrochen hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bekannter sagte einmal meinen Eltern, und ich war dabei, als er es erzählte, dass er sofort zum Lehrer gegangen war, nachdem er erfahren hatte, dass er seinen Sohn unterrichten würde, und ihm sagte: Wenn ich nur den leisesten Verdacht habe, dass Sie mein Kind anrühren, hetze ich Ihnen den Landesschulrat auf den Hals. Kriecherisch soll er beteuert haben, dass er natürlich niemals irgendetwas derartiges tun würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich studierte schon, als mir meine Mutter erzählte, dass der Lehrer sich zu Tode gesoffen hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal denke ich, ich könnte auf den Friedhof gehen und auf sein Grab spucken. Es wäre es wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wien, 1. August 2004 &lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/praeformationen&quot;&gt;praeformationen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-22T20:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4943252/">
    <title>zwischenbilanz</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4943252/</link>
    <description>das gejammer der kulturbetriebsbonzen über den niedergang der lesekultur, über das verschwinden des buches und den damit verbundenen untergang des abendlandes geht mir lang und eigentlich immer schon auf die nerven, vor allem wegen seiner verlogenheit. so wie die da sitzen, präsentieren sie sich immer als genau solche, die das lesen ohnehin nicht brauchen und es bestenfalls (bestenfalls!) sportlich angehen, als intellektuelle arbeit, die das denken schult, zumeist aber nur als mittel zum distinktionsgewinn und ausweis der tatsache, dass man noch immer genug zeit und nerv und muße habe, sich am abend oder gar unter tags hinzuhocken und sich zu konzentrieren, während der mob sich mit trash-tv ruhig stellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lesen war aber immer was für die schwachen und scheuen, für die, die mit dem leben nicht so zurecht gekommen sind, wie es verlangt wurde, für kinder, die mehr gespürt haben und vorsichtiger waren als die anderen und die damit irgendwo hin mussten. was wäre passiert, wenn &lt;a href=&quot;http://henri-nannen-preis.de/beste_reportage_egon_erwin_kischpreis_2008.php?id=97&quot;&gt;dieses kind&lt;/a&gt; die möglichkeit gehabt hätte, den weg in die bücher zu wählen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich selber würde gern was lesen über die 90er-jahre, als alles science fiction war und die neugier aufeinander groß und alles in bewegung. und wie all das wieder verschwunden ist. ich denke an die popkultur-boys und an judith hermann, ihre wütenden oder melancholischen abgesänge auf die uneindeutigkeit und das verschwimmen, wir wussten vielleicht zu viel damals. &lt;a href=&quot;http://de.youtube.com/watch?v=EjAoBKagWQA&quot;&gt;all is full of love.&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/...+aus+der+steckdose&quot;&gt;... aus der steckdose&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-22T17:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4901618/">
    <title>stille, stille, kein geräusch gemacht</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4901618/</link>
    <description>wie still es ist in blogland zu der amstetten-geschichte, wie verdammt und verdächtig still, als ginge es niemanden etwas an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie gründlich jedes feministische wissen aus der öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, all die analysen, die arbeit von 30, 40, 100 jahren vergebens, als hätten sie nie existiert. in den medien: die identifikation mit dem täter, durchgängig, seine potenz, seine technischen fähigkeiten, das anständige leben in der öffentlichkeit, die formulierungen, die man für ihn findet, nachdem man ihn als monster bezeichnet hat, könnten fast auf jeden passen. danach wird sofort die schuld der frau zugeschoben, die etwas merken hätte müssen, die etwas tun hätte müssen, dass sie auch ein opfer gewesen sein muss, bemerkt offenbar niemand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
intelligente bloggerInnen, die die geschichte ethnifizieren: typisch österreich. als könnte es nicht überall passieren, wo männer mehr gelten als frauen, wo kinder der besitz der eltern sind und in ihrer verfügungsgewalt und wo sex und macht verquickt sind aufs unlösbarste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beschwiegen sogar die erfahrung, davon zu hören und vom eigenen sein als frau in der welt gezwungen zu sein, sich mit den opfern zu identifizieren. im keller, zum gebrauch zur verfügung gestellt. ein leben zu verbringen in der hand seines eigenen mörders, jeden tag mit dem eigenen tod rechnen zu müssen oder im besten fall gnadenfristen zu erhalten, jahr um jahr, endlos. schwanger zu werden vom eigenen vater, als junge frau schon, kinder gebären müssen, sie aufziehen und abstillen und heranwachsen sehen und schützen wollen, sich vielleicht deshalb nicht umbringen können, noch der letzte ausweg versperrt durch die sorge um die anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elfriede jelinek hat all das beschrieben, immer wieder. mir fällt nur einfach das weitermachen schwer. diese tat, um es deutlich zu sagen, ist strukturell völlig normal und vergrößert nur, was täglich passiert. statistisch, meint h. und versucht mich damit zu trösten, sei es gottseidank nichts besonderes, dass ich noch niemals opfer geworden bin. ich meine, wir alle hatten einfach nur glück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(edit: danke an a&apos;klimbim für &lt;a href=&quot;http://a-e-m-gmbh.com/wessely/famstett.htm&quot;&gt;diesen link&lt;/a&gt;.)</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/all+about+angst&quot;&gt;all about angst&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-01T11:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4870575/">
    <title>auch die eigene kraft verdankt sich, wie alles, den anderen.</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4870575/</link>
    <description>auch die eigene kraft verdankt sich, wie alles, den anderen.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/mengenlehre&quot;&gt;mengenlehre&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 gingerbox</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-17T21:27:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4840770/">
    <title>aus dem offline-archiv: 5. august 2005</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4840770/</link>
    <description>wann ich das erste mal davon gehört habe, weiß ich nicht mehr. blogs, aha. online-tagebuch. dann das erste bookmark, beruflich. später jemanden von früher gegoogelt, sieh an, der schreibt auch, selten zwar, und kommentieren tut auch niemand, aber trotzem: nächstes bookmark. ein neuer kollege kommt ins büro, erzählt etwas von einer konferenz in wien und von einem projekt, an dem er beteiligt war. kann man dein blog wo lesen? - tut mir leid. dann zufällig bei einer recherche bei twoday gelandet, durchgeklickt, ein wahnsinn, was hier los ist. ohne plan wieder ausgestiegen. schließlich und endlich der erste link zu einem ganz lebendigen blog, wo jeden tag was neues drinnensteht, wo zehn, zwanzig leute mitschreiben, wo ich die bilder rauskopiere und jedem verdammten link nachgehe, einfach weil es gut ist, und irgendwann war klar: ich will das auch. ich will sowas auch haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine junge nonne habe ich mal im radio gehört, die gefragt wurde, ob sie nicht vermisse, was die anderen jungen leute so tun: tanzen gehen, trinken, flirten, reisen. sie hat gelacht und gesagt: ich habe es probiert, aber ich hatte das gefühl, ich verschwende meine zeit. ein bißchen war es so am anfang, liebe güte: ich wollte heim zum computer, meinen dienst absolvieren. als hätte ich lange in einem leeren ruhigen haus gewohnt und nur aus langeweile doch noch irgendwann die tapetentür geöffnet und dahinter, unmöglich eigentlich, ein freies feld entdeckt, wo menschenmassen herumstehen und reden, reden, reden, ein unheimlicher krach ist das, musik spielt, irgendjemand schneidet fotos aus und klebt ein poster, da gibt&apos;s eine schlägerei, ein papierflieger segelt über den köpfen, dort schreit jemand laut, um jemand anderen zu übertönen, ein herumgerenne und ein schmähführen, jemand weint, jemand macht sich wichtig und wird ausgelacht, jemand säubert ein stück wiese und bittet jemand anderen, sich hinzusetzen, jemand schläft ein, jemand hält einen vortrag, niemand hört zu, drei verabschieden sich und machen heimlichkeiten, kurz, es war eine entdeckung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
trotzdem musste ich mir zuerst meinen kobel einrichten. hier, in dieser ecke &lt;strike&gt;will ich meine kirche bauen&lt;/strike&gt; herrscht jetzt mal mein gesetz! aber es gab auch vieles zu bedenken: wie ist der code of conduct, wenn ich anderswo zu gast bin? rein gefühlsmäßig würde ich ja jeden kommentar mit einem herzhaften guten tag! beginnen, dann kurz sich vorstellen, freundlich die eigene meinung kundtun und sich wieder verabschieden. so macht man das aber gar nicht, sondern man hängt sich rein als wäre man eine alte bekannte, sagt was und haut wieder ab. (an einem kommentar habe ich geschlagene zwei stunden herumgeschraubt, weil ich immer wieder kürzen musste.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in meinem eigenen haus hingegen mache ich, was ich will, und was das ist, überrascht mich immer wieder. auch wie sehr die anderen einsickern mit ihrer sprache, ihrem stil, ihren diskussionen - das merke ich</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/metabloggen&quot;&gt;metabloggen&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-04-05T20:27:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4834128/">
    <title>everything starts anew</title>
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    <description>wo bleibt der linke führer? wo bleibt der agitator, die charismatische frau, die sagt: so geht es nicht weiter, diese verarsche muss aufhören, wir wollen was von diesem geld? was soll das, bitteschön, für ein leben sein? du, und du, und du auch: ihr alle habt ein recht auf mehr. am handy telefonieren und schulden machen, das reicht doch nicht. verarscht doch wen anderen. das soll dann alles gewesen sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich verstehe es nicht. es gibt so viele schlaue leute. eines davon muss sich hinstellen und das übernehmen.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/weltbild+plus&quot;&gt;weltbild plus&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-04-02T21:40:00Z</dc:date>
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    <title>(aufgew.)</title>
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    <description>(danke für alles.)</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/...+aus+der+steckdose&quot;&gt;... aus der steckdose&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-02-17T18:22:00Z</dc:date>
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    <title>tausend tage text</title>
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    <description>schon vor längerer zeit fiel mir auf, dass die meisten blogs, die ich lese, ähnlich lang wie ich dabei sind. &lt;br /&gt;
je älter man wird, desto geringer werden die altersunterschiede.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/metabloggen&quot;&gt;metabloggen&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-02-04T23:07:00Z</dc:date>
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    <title>wow</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4675542/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.fahrenheitverlag.de/&quot;&gt;geile verlagsästhetik&lt;/a&gt; (reinklicken bitte): ich krieg herzklopfen. mal sehen, was die bücher können.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/fluessig+lesen&quot;&gt;fluessig lesen&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-02-04T13:13:00Z</dc:date>
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    <title>(vermischtes am vorabend)</title>
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    <description>wenn ein autor oder auch sein verlag einen titel wählt wie &quot;ohrenberg oder der weg dorthin&quot; erlaube ich mir, arno schmidts studie zu karl may &quot;sitara und der weg dorthin&quot; daneben zu legen. die muss ich allerdings zuerst bestellen, was den jungen buchhändler am telefon fast aus der rolle fallen und ein kurzes verschwörerisches geplänkel anstimmen lässt, weil ich ihn nach einer anständigen hardcover-ausgabe frage und er mir aber leider, leider nur ein fischer-tb anbieten kann, das dann sogar noch dm- und schilling-preise am rücken hat und im impressum die rührende ziffer 1998 aufweist: wen liest man den weniger, schmidt oder may? oder beide? schmidt jedenfalls, auch wenn der buchhändler es sich wünscht, wird wohl nicht &quot;in mode geraten&quot;, wie auch immer. jedenfalls hat es mir die vergangenen zwei tage viel freude bereitet, mit herrn s. die ergebnisse der may&apos;schen sexualfixierungen im scheinbar so erotikfreien wilden westen und osten aufzuspüren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
popps &quot;ohrenberg&quot; wiederum, der titelgebende graf, lebt in einem turm, den er von den russen übernommen hat, im ehemaligen &quot;roten&quot; teil deutschlands und funkt seine weisheiten in den schweigenden weltäther. mit dem schmidt&apos;schen interpretationsmodell gelesen ist das ein rundum gelungenes bild. zwar steht der turm noch (popp ist jahrgang 1978, die sorge um standfestigkeit dürfte sich ihm noch nicht aufgedrängt haben), aber was aus diesem turm herauskommt, ist recht absurd und unbedeutend und dem autor auch keiner darstellung wert. im innern: erinnerungen, viele kluge gedanken und nichts zu essen, nur mineralwasser. wie in thomas stangls &quot;der einzige ort&quot; ist der orient übrigens auch für ohrenberg der ort der selbsterfahrung etc. pp., man muss sich das alles nochmal schön sauber herzitieren. bon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann gibts da noch aschmann, der auf dem weg zu ohrenberg ist. weils im titel &quot;oder&quot; heißt, könnte man vermuten, es gälte sich zu entscheiden: ohrenberg? oder der weg dorthin? was wäre ihnen, verehrter leser (die frauen dürfen sich hier nicht mitgemeint wähnen), denn lieber? aschmann hat die sehr konkreten dinge hinter sich, vor allem die erwerbsarbeit, und eine mehr als umständliche reise zu bewältigen. ich verrate es: die beiden treffen sich nicht, aber kommen sich sehr nahe. ein entwicklungsroman, meine herren, das beste, was ich seit langem gelesen habe. auch popps gedichte sind meisterhaft.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/fluessig+lesen&quot;&gt;fluessig lesen&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-01-31T17:01:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://liquidcenter.twoday.net/stories/4642652/">
    <title>fortgesetzte freizeit</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4642652/</link>
    <description>drei kisten mit büchern aussortiert, die ich jetzt versuche, diversen antiquariaten anzudrehen. das küchenkastel: weg mit verranztem paprikapulver, altem reis, dubiosen dosen, alles weg. einen sack voller kleider und schuhe, den nahm mir eine frau gleich auf der straße ab, sah mich von weitem kommen, blieb stehen, sprach mich an: haben sie da kleidung drinnen? kann sie alles haben, ist sauber und ohne löcher, sie freut sich, ich schäme mich kurz für mein luxusleben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück in der wohnung stehen noch immer dinge herum, am liebsten würde ich alles weghauen, aber das geld könnte ich schon brauchen, so ist es auch wieder nicht. aber wer will schon die kitschigen vasen aus orvieto? zu not stelle ich alles einfach auf die straße und schenke es dem anonymen nebenmenschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
je mehr ich weggebe, desto stärker wird das gefühl, alles zu haben, was ich brauche. schuhe, kleidung, geschirr, alles da. mit all dem kann man noch lange auskommen, ich habe klug eingekauft in der vergangenheit. ich entwickle sympathie für meine dinge: was bleiben darf, ist gewollt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich fallen mir die möbel auf, die schlechte qualität, die viel zu kräftigen farben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die antiquarin machte mir wenig hoffnung, es kämen sehr viele leute zu ihr zur zeit. es sei so eine phase. jetzt sei einfach ein guter zeitpunkt zum ausmisten.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/geschmeidige+konversation&quot;&gt;geschmeidige konversation&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-01-23T22:29:00Z</dc:date>
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    <title>noch einmal mit gefühl</title>
    <link>http://liquidcenter.twoday.net/stories/4633445/</link>
    <description>ab freitag (25.) treibe ich mich wieder einmal für ein paar tage in berlin herum. wer mit mir tee trinken will oder bier: ich würde mich freuen.</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/geschmeidige+konversation&quot;&gt;geschmeidige konversation&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-01-21T13:19:00Z</dc:date>
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    <title>irak</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://washingtonbureau.typepad.com/iraq/2008/01/to-whom-it-may.html&quot;&gt;Also Id like to inform you that we are waiting your election as if it is our election and may be more because your choice will determine the main lines for our life ...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
via perlentaucher</description>
    <dc:creator>gingerbox</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://liquidcenter.twoday.net/topics/weltbild+plus&quot;&gt;weltbild plus&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-01-09T15:20:00Z</dc:date>
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